St.Gallen

Gemeinden schreiben Gewinn und machen mehr Schulden

Gemeinden schreiben Gewinn und machen mehr Schulden
Lütisburg muss bis Ende Juni 2027 einen Sanierungsplan vorlegen
Lesezeit: 2 Minuten

Die St.Galler Gemeinden schliessen 2025 insgesamt mit einem Überschuss von 28 Millionen Franken ab. Trotzdem steigt die durchschnittliche Nettoschuld auf 828 Franken pro Kopf. In Lütisburg greift der Kanton ein: Erstmals muss eine Gemeinde einen Sanierungsplan vorlegen.

Text: pd/stz.

40 der 75 politischen Gemeinden im Kanton St.Gallen erzielten 2025 einen operativen Ertragsüberschuss – fünf mehr als im Vorjahr. Insgesamt verbesserten sich die Abschlüsse deutlich: Auf ein Minus von rund 38 Millionen Franken im Jahr 2024 folgte ein Plus von rund 28 Millionen Franken. Dazu beigetragen haben höhere Steuererträge und ein gebremstes Ausgabenwachstum.

Investitionen nur gut zur Hälfte selbst finanziert

Die Gesamtausgaben stiegen dennoch um rund 90 Millionen auf 3,68 Milliarden Franken. Der Personalaufwand machte mit 1,36 Milliarden Franken rund 37 Prozent aus. Nach Aufgabenbereichen entfiel der grösste Anteil auf die Bildung mit 1,37 Milliarden Franken, gefolgt von der sozialen Sicherheit mit 501 Millionen Franken.

Die Nettoinvestitionen sanken um 21 Millionen auf 294 Millionen Franken. Am meisten investierten die Gemeinden in Bildung und Verkehr. Der Selbstfinanzierungsgrad verbesserte sich von 39 auf 56 Prozent. Damit mussten weiterhin 44 Prozent der Nettoinvestitionen durch fremde Mittel finanziert werden.

43 Gemeinden mit Nettoschulden

Die durchschnittliche Nettoschuld pro Einwohner stieg um 236 auf rund 828 Franken. Ende 2025 wiesen 43 Gemeinden eine Nettoschuld auf; drei Gemeinden kamen im Berichtsjahr neu hinzu.

Die Unterschiede bleiben erheblich: Zwölf Gemeinden verfügten über ein Nettovermögen von mehr als 2500 Franken pro Kopf, während 15 Gemeinden Nettoschulden von über 2500 Franken pro Kopf auswiesen. Immerhin überschritt keine Gemeinde mehr die als sehr hoch geltende Schwelle von 5000 Franken.

Lütisburg muss gegensteuern

Einen Sonderfall bildet Lütisburg. Nach der Zustimmung zum Verkauf der Elektra hatte die Gemeinde ihren Steuerfuss bis 2021 auf 115 Prozent gesenkt. Seit 2022 belasten wiederkehrende Defizite und anstehende Investitionen den Haushalt. Für 2026 wurde der Steuerfuss auf 155 Prozent festgesetzt.

Die kantonale Aufsicht sieht den Grundsatz des mittel- bis langfristig ausgeglichenen Haushalts verletzt. Sie verpflichtet Lütisburg deshalb, bis Ende Juni 2027 einen Sanierungsplan vorzulegen. Auch die Primarschulgemeinde soll Sanierungsmassnahmen prüfen. Gemeinde- und Schulrat haben sich mit dem Vorgehen einverstanden erklärt.

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