Firmengründungen: St.Gallen legt zu, Thurgau fällt zurück
Text: pd/red
Das geht aus der aktuellen Halbjahresanalyse des IFJ Instituts für Jungunternehmen hervor. Co-Geschäftsführer Simon May sieht darin ein Zeichen für die anhaltend hohe Gründungsdynamik in der Schweiz. «Die Analyse macht deutlich, dass ein ausgeprägter Unternehmergeist nicht allein von der Grösse beziehungsweise der Einwohner eines Kantons abhängt», sagt er. Während grosse Wirtschaftszentren die höchsten absoluten Gründungszahlen verzeichneten, wiesen kleinere Kantone gemessen an ihrer Bevölkerungszahl teilweise eine deutlich höhere Gründungsintensität auf.
St.Gallen mit zweistelligem Wachstum
Besonders erfreulich entwickelte sich der Kanton St.Gallen. Mit 1561 Neugründungen wurden 150 Unternehmen mehr registriert als im ersten Halbjahr 2025. Das entspricht einem Wachstum von 10,6 Prozent. Damit gehört St.Gallen schweizweit zu den Kantonen mit den stärksten Zuwächsen.
Ebenfalls positiv fiel die Entwicklung in Appenzell Ausserrhoden aus. Dort stieg die Zahl der Firmengründungen um 9 Prozent auf 158 Neueintragungen.
Thurgau verliert deutlich
Anders präsentiert sich die Situation im Thurgau. Mit 715 Neugründungen wurden 98 Unternehmen weniger gegründet als im Vorjahreszeitraum. Der Rückgang von 12,1 Prozent gehört zu den stärksten der Schweiz. Noch deutlicher fiel das Minus lediglich in Obwalden und Appenzell Innerrhoden aus.
In Appenzell Innerrhoden sank die Zahl der Neueintragungen von 78 auf 53 Unternehmen. Aufgrund der kleinen Fallzahlen weist das IFJ allerdings darauf hin, dass prozentuale Veränderungen in kleinen Kantonen mit Vorsicht zu interpretieren sind.
St.Gallen im Mittelfeld der Gründungsintensität
Neben den absoluten Zahlen untersuchte das IFJ auch die Anzahl Firmengründungen pro 10'000 Einwohner. Dabei zeigt sich ein anderes Bild als bei den absoluten Werten. St.Gallen erreicht 28,9 Firmengründungen pro 10'000 Einwohner und liegt damit im Schweizer Mittelfeld. Appenzell Innerrhoden kommt auf 31,7 und gehört trotz des aktuellen Rückgangs weiterhin zu den Kantonen mit einer überdurchschnittlichen Gründungsintensität. Appenzell Ausserrhoden erreicht 25,4 und der Thurgau 21,9 Firmengründungen pro 10'000 Einwohner.
Rekordjahr in Reichweite
Nach Einschätzung des IFJ spricht derzeit vieles dafür, dass sich der positive Trend im zweiten Halbjahr fortsetzen könnte. Aktuell gebe es keine Anzeichen für einen Rückgang der Gründungsaktivität, so Simon May. Hält die Entwicklung an, könnte 2026 ein neues Rekordjahr für Firmengründungen in der Schweiz werden.