St.Gallen

Filtex-Chef Wildhaber übernimmt Economiesuisse

Filtex-Chef Wildhaber übernimmt Economiesuisse
Mit Silvan Wildhaber erhält Economiesuisse einen Präsidenten mit Wurzeln in der Ostschweizer Textilwirtschaft
Lesezeit: 2 Minuten

Ein St.Galler Unternehmer übernimmt die Spitze des Schweizer Wirtschaftsdachverbands: Silvan Wildhaber, Chef des Textilunternehmens Filtex, ist neuer Präsident von Economiesuisse. Er folgt auf Christoph Mäder, der das Amt nach sechs Jahren abgibt. Wildhaber setzt auf offene Märkte, die Bilateralen III und mehr Nähe zwischen Wirtschaft und Bevölkerung.

Text: stz.

Das von ihm geführte St.Galler Unternehmen Filtex steht seit 1919 für Textilien und befindet sich weiterhin im Besitz der Gründerfamilie. Rund 100 Mitarbeiter beliefern Kunden weltweit mit Baumwollgeweben, Stickereien, Heimtextilien und textilen Rohmaterialien. Internationale Geschäftsbeziehungen gehören damit zum Alltag des Unternehmens.

Die Amtsübergabe erfolgte am 11. September 2026 am Tag der Wirtschaft. Nach zwei Amtsperioden übergab Christoph Mäder das Präsidium an Wildhaber. Dieser machte in seinem Antrittsgespräch deutlich, wo er die Prioritäten setzt: Die Schweiz müsse ihre Handelsbeziehungen stärken und ihre Offenheit bewahren.

«Rund um uns herum herrscht Handels- und Zollkrieg. Das fordert uns als kleine offene Volkswirtschaft enorm heraus», sagte Silvan Wildhaber. Jede Chance zur Verbesserung der Handelsbeziehungen müsse genutzt werden. Konkret kündigte er an, sich mit voller Kraft für die neuen Freihandelsabkommen mit Malaysia und Mercosur sowie für die Bilateralen III einzusetzen.

Neben dem Zugang zu internationalen Märkten beschäftigt den neuen Präsidenten das Verhältnis zwischen Wirtschaft und Gesellschaft. Unternehmen müssten noch besser vermitteln, welchen Beitrag sie und ihre Mitarbeiter täglich zum Wohlstand des Landes leisten. Wildhaber will dafür mehr Engagement in der Wirtschaft mobilisieren und die Menschen stärker erreichen. Seine Botschaft: «Eine starke Wirtschaft ist im Interesse aller. Sie garantiert Arbeitsplätze, Lebensqualität und Sicherheit im Land.»

 

Der scheidende Präsident Christoph Mäder verband seinen Abschied mit einem Appell zu mehr Reformmut

Die Schweiz spiele zwar in vielen Bereichen weiterhin ganz vorne mit. Besonders die Innovationskraft durch das Zusammenspiel von Hochschulen und Unternehmen sei beeindruckend. Bei der Weiterentwicklung der Standortbedingungen sei jedoch Stillstand festzustellen. Die Fähigkeit und die Kraft, echte Reformen umzusetzen, hätten nachgelassen.

«Ich wünsche mir, dass die Schweiz wieder ein Selbstverständnis an den Tag legt, zu den wirklich Besten gehören zu wollen», sagte Mäder. Dazu gehörten beste Bildungschancen, nachhaltige Vorsorgesysteme, eine stabile und preisgünstige Energieversorgung sowie ein möglichst breites Netz an Freihandelsabkommen. Diesen Anspruch einzulösen, erfordere den Mut, Veränderungen anzupacken.

Wie sich die Schweiz in einem von geopolitischen Spannungen geprägten Umfeld behaupten kann, stand auch im Zentrum des weiteren Programms. Bundespräsident Guy Parmelin betonte die Bedeutung einer breiteren Abstützung der Handelsbeziehungen. Neue und modernisierte Freihandelsabkommen sollten den Zugang zu wichtigen Absatzmärkten laufend verbessern. SNB-Direktoriumspräsident Martin Schlegel erläuterte, wie die Nationalbank zur Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit beiträgt.

In der anschliessenden Podiumsdiskussion vertieften Schindler-CEO Paolo Compagna, Nina Probst, Partnerin bei McKinsey und Leiterin des Genfer Büros, Economiesuisse-Direktorin Monika Rühl sowie Thermoplan-CEO und IHZ-Präsident Adrian Steiner die Perspektive der Unternehmen. Im Mittelpunkt standen der Umgang mit der geopolitischen Lage und die Standortbedingungen, die international tätige Schweizer Firmen benötigen.

Auch interessant

Wildhaber wird Präsident von Economiesuisse
St.Gallen

Wildhaber wird Präsident von Economiesuisse

Ein St.Galler soll Economiesuisse-Präsident werden
St.Gallen

Ein St.Galler soll Economiesuisse-Präsident werden

OST-Forscher beleuchten die digitale Finanzwelt
St.Gallen

OST-Forscher beleuchten die digitale Finanzwelt