23.03.2018

Energie-Treffen am Säntis

Wie erreicht der Kanton St.Gallen seine Energieziele – und welchen Beitrag leisten elektrische Batteriespeicher? Diese werden im Heimbereich immer stärker eingesetzt, um selbst produzierten Solarstrom bedarfsgerecht abzugeben. Doch: Noch sind sie relativ teuer. Infos dazu gab das "Energie-Treffen" auf der Schwägalp.

Die Energiebranche steht vor grossen Herausforderungen: Die internationale Klimapolitik hat sich zum Ziel gesetzt, die Treibhausgas-Emissionen drastisch zu reduzieren und ab 2050 eine komplette Klimaneutralität zu erreichen. Das Schweizer Stimmvolk hat mit der Umsetzung der Energiestrategie 2050 einem ersten Schritt in diese Richtung zugestimmt. Welche Aufgabe übernimmt der Kanton in diesem Kontext? Was können Batteriespeicher zur Energiewende beitragen?

Am Donnerstag, 22. März, haben sich Ostschweizer Energiefachleute zum Austausch im Hotel Säntis auf der Schwägalp getroffen. Auf Einladung der Säntis Energie AG (Geschäftsführer Marc Zysset rechts im Bild) haben rund 70 Vertreter von Heizungsinstallateuren, Haustechnik-Planern, Architekten und Behörden spannende Vorträge genossen und angeregt diskutiert.

Michael Eugster, Leiter des Amtes für Wasser und Energie des Kantons St.Gallen (3. v.l.), und Marcel Sturzenegger, Leiter der Energiefachstelle des Kantons St.Gallen (links), berichteten über die Rolle des Kantons bei der Umsetzung der Energiestrategie 2050. Aktuell werden in der Branche vor allem die geplanten energetischen Bauvorschriften für den Gebäudepark (sog. MuKEn 2014) kontrovers diskutiert. Die Umsetzung zeigt sich in einigen Kantonen als sehr schwierig. Auf Widerstand stossen vor allem die Pflicht zur Installation von Solaranlagen bei Neubauten, die Auflagen beim Ersatz von Öl- und Gasheizungen sowie das Verbot von Elektroheizungen und elektrischen Boilern. Die Vernehmlassung im Kanton St.Gallen ist für den Herbst 2018 geplant, das überarbeitete Energiegesetz soll per 1. Januar 2020 vollzogen werden.

Prof. Dr. Andrea Vezzini (2. v.l.), Leiter des Zentrums für Energiespeicherung an der Berner Fachhochschule, begeisterte die Teilnehmer mit einem Referat zur Entwicklung von elektrischen Batterien im Wohnbereich. Mit dem Einsatz eines Heimspeichers kann der Eigenverbrauchsanteil einer Photovoltaik-Anlage von ca. 30% auf bis zu 70% gesteigert werden, indem der tagsüber produzierte Strom zwischengespeichert und bedarfsgerecht auch am Abend und in der Nacht genutzt werden kann. Bereits heute ist auf dem Markt eine Vielzahl von technisch überzeugenden Speichersystemen verfügbar. Die Systemkosten von aktuell rund CHF 1500 pro kWh nutzbare Kapazität werden mit dem geplanten Ausbau der Produktionskapazitäten laufend sinken.

Die Referate sind unter www.saentisenergie.ch abrufbar. Das nächste „Energie-Treffen am Säntis“ wird im Frühling 2019 stattfinden.