Thurgau

Emil Egger sichert sich Forster-Liegenschaft

Emil Egger sichert sich Forster-Liegenschaft
Das Forster-Areal umfasst rund 35’500 Quadratmeter
Lesezeit: 4 Minuten

Die St.Galler Emil Egger AG hat sich in einem internationalen Bieterverfahren um das ehemalige Betriebsgebäude von Forster Swiss Home in Arbon durchgesetzt. Auch Giovanni Cerfeda hatte als Vertreter der heutigen Forster Manufaktur AG ein Kaufangebot eingereicht. Der Logistiker will die Liegenschaft künftig selbst nutzen, gleichzeitig aber die Produktion der Forster-Stahlküchen am bisherigen Standort ermöglichen.

Text: stz.

Nach mehreren Monaten ist die Zukunft der Liegenschaft an der Egnacherstrasse 37 in Arbon geklärt: Das ehemalige Produktions- und Verkaufsgebäude von Forster Swiss Home wird an die Emil Egger AG mit Hauptsitz in St.Gallen verkauft.

Im internationalen Bieterverfahren waren mehrere verbindliche Angebote eingegangen. Diese wurden vom gerichtlich eingesetzten Sachwalter Balthasar Wicki von der Zürcher Anwaltskanzlei Wicki Partners AG gemeinsam mit den Gläubigerbanken geprüft und bewertet.

Auf Antrag des Sachwalters und mit Zustimmung der Gläubigerbanken ermächtigte das Bezirksgericht Arbon den Sachwalter, die Liegenschaft an die Emil Egger AG zu verkaufen. Den Ausschlag gab gemäss Medienmitteilung das «mit Abstand wirtschaftlich beste Angebot». Über die Höhe des Kaufpreises wurde Stillschweigen vereinbart.

Giovanni Cerfeda
Giovanni Cerfeda

Auch Cerfeda wollte die Fabrik übernehmen

Am Bieterverfahren beteiligte sich auch Giovanni Cerfeda als Vertreter der heutigen Forster Manufaktur AG. Der Eigentümer und Verwaltungsratspräsident des Küchenbauers hatte ein eigenes Kaufangebot eingereicht und sich im gerichtlichen Verfahren schriftlich vernehmen lassen. Nach Angaben des Sachwalters nahm Cerfeda im Verfahren eine privilegierte Rolle ein und wurde bevorzugt behandelt.

Noch Mitte Juli hatte sich Cerfeda zuversichtlich gezeigt, den Zuschlag zu erhalten. Die Liegenschaft sei für die Produktion von Forster praktisch massgeschneidert. Sein Angebot bezeichnete er als die beste, vernünftigste und logischste Lösung. Gleichzeitig befürchtete er einen erzwungenen Auszug, falls ein anderer Käufer das Gebäude vollständig selbst nutzen wollte. Der bestehende Mietvertrag läuft gemäss Medienberichten bis Mitte 2027.

Bereits im Herbst 2025 hatte Cerfeda gegenüber Leader erklärt, die ungeklärte Eigentumsfrage der Fabrikliegenschaft sei eines der letzten grossen Hindernisse beim Neustart von Forster. «Alle sind sich einig, dass die Liegenschaft zum Betrieb gehören muss. Das wäre eine optimale Lösung», sagte er damals.

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Stahlküchen sollen weiterhin in Arbon entstehen

Obwohl Cerfeda und die Forster Manufaktur AG den Zuschlag nicht erhielten, soll die Produktion der bekannten Stahlküchen an der Egnacherstrasse fortgeführt werden. Die Emil Egger AG erklärte sich bereit, mit der heutigen Mieterin über den laufenden Vertrag hinaus eine Lösung für die weitere Nutzung eines Teils der Flächen auszuhandeln.

Damit sollen die Forster-Stahlküchen auch künftig in Arbon produziert werden können. Nach Angaben der Beteiligten sind die bestehenden Arbeitsplätze deshalb nicht gefährdet. Die Emil Egger AG kündigte darüber hinaus an, mit ihren eigenen Aktivitäten zusätzliche Stellen am Standort zu schaffen.

Die Forster Manufaktur AG beschäftigt derzeit rund 85 Mitarbeiter. Das Unternehmen führt die Produktion der traditionsreichen Forster-Küchen seit dem Sommer 2025 mit einer neuen Eigentümer- und Führungsstruktur weiter.

Die Forster-Stahlküchen werden in Arbon produziert
Die Forster-Stahlküchen werden in Arbon produziert

Emil Egger plant neuen Logistikstandort

Die Emil Egger AG will die Liegenschaft künftig für eigene Logistikaktivitäten sowie für Dienstleistungen zugunsten ihrer Kunden einsetzen. Das von den Brüdern Michael und Markus Egger geführte Familienunternehmen ist in der Stückgut-, Schwergut- und Lagerlogistik tätig.

Zur Lagerlogistik gehören neben der Einlagerung und Verwaltung von Gütern auch deren Kommissionierung und weitere damit verbundene Dienstleistungen. Mit dem Standort in Arbon erweitert das Unternehmen seine Kapazitäten in einem für die Ostschweiz bedeutenden Wirtschaftsraum.

Die Emil Egger Gruppe wird in dritter Generation geführt und beschäftigt schweizweit über 800 Mitarbeiter an elf Standorten. Das Unternehmen versteht sich als Komplettanbieter für Transport-, Kran- und Logistiklösungen.

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Ein weiteres Kapitel der Forster-Krise ist abgeschlossen

Mit dem Verkauf der Liegenschaft aus dem Nachlass der ehemaligen Forster Real Estate AG, die heute Arbon Immo AG heisst, wird ein weiteres Kapitel der Krise rund um Forster Swiss Home abgeschlossen.

Der Küchenbauer war im Frühling 2025 in massive finanzielle Schwierigkeiten geraten. Löhne und Rechnungen konnten nicht mehr bezahlt werden, zeitweise kam die Produktion zum Erliegen. Giovanni Cerfeda, damals Minderheitsaktionär und Verwaltungsrat, setzte sich für eine Sanierung ein und führte den Betrieb anschliessend mit der neu geschaffenen Forster Manufaktur AG weiter.

Das internationale Bieterverfahren sollte nun eine Lösung finden, die sowohl den Interessen der Gläubiger als auch jenen des Wirtschaftsstandorts Arbon und des heutigen Mieters Rechnung trägt. Mit dem Verkauf an die Emil Egger AG und deren Bereitschaft zu einer längerfristigen Vermietung soll der Standort künftig sowohl der Logistik als auch weiterhin der Produktion von Forster-Stahlküchen dienen.

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