Ostschweiz

Elf Schweizer Namen in Russlands Waffen

Elf Schweizer Namen in Russlands Waffen
Die russische Geran-4-Drohne
Lesezeit: 2 Minuten

Mikrochips, Sensoren und Spannungswandler mit Schweizer Firmenbezug tauchen weiterhin in russischen Waffen auf. Eine Auswertung der ukrainischen Komponentendatenbank führt zu elf Herstellern und Marken. Zwei davon gehören heute zu TE Connectivity, dem Konzern, der früher in Steinach produzierte.

Text: stz.

Die Funde betreffen unterschiedliche Waffensysteme

Einen Sensirion-Sensor ordnet HUR einer Supercam-S150-Drohne zu, einen Traco-Spannungswandler einer Iskander-M-Rakete. In einer nordkoreanischen KN-24-Rakete dokumentiert die Datenbank ein Axicom-Signalrelais. Bei einem U-blox-Navigationsmodul aus einer Geran-4 nennt sie Dezember 2025 als Produktionsdatum.

Ein historischer Ostschweizer Bezug führt zu TE Connectivity. Der Konzern führt Axicom als Relaismarke und hat auch den Solothurner Elektronikspezialisten Schaffner übernommen. In Steinach SG betrieb TE ein Werk für Komponenten der Autoindustrie. 2020 beschloss das Unternehmen dessen Schliessung und den Abbau von 259 Stellen. Die Produktion sollte bis Sommer 2021 eingestellt werden. Die TE Connectivity Solutions GmbH ist heute in Schaffhausen eingetragen.

Dass die in der Ukraine dokumentierten Axicom- oder Schaffner-Bauteile in Steinach hergestellt oder von dort geliefert wurden, lässt sich aus den ausgewerteten Quellen nicht belegen. Unter den elf Herstellerbezeichnungen wurde kein heutiger Firmensitz in St.Gallen, Thurgau oder den beiden Appenzell nachgewiesen.

Auch die Zahl elf braucht eine Einordnung: Sie umfasst frühere Unternehmen und heutige Konzernmarken. Numonyx wurde bereits 2010 von Micron übernommen, Axsem ist inzwischen in Onsemi integriert. Zudem enthält die Datenbank ältere Funde aus Funkgeräten und Panzern. Der einzige Micro-Crystal-Eintrag betrifft beispielsweise einen T-72B3-Panzer und wurde schon im Juni 2024 veröffentlicht.

Die Herstellerzuordnung durch HUR zeigt, welche Elektronik in den untersuchten Waffen gefunden wurde. Sie erklärt für sich allein jedoch weder den Beschaffungsweg noch belegt sie eine direkte Lieferung nach Russland oder einen Sanktionsverstoss des jeweiligen Herstellers.

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