AI oder KI?
Präsentationen sind in wenigen Minuten gemacht, lange Texte werden in Sekundenschnelle zusammengefasst. Was früher Stunden dauerte, ist heute subito erledigt.
Wer mit KI in der gleichen Zeit fünfmal so viele Berichte erstellt und zehnmal mehr Seiten produziert, kommt schnell wie der «Siebensiech» daher. Nur: Vielfach gibt es viel Büez für andere. Alle sind beschäftigt. Die Leute können gescheit tun, ohne gescheit zu sein.
Wir sollten uns nicht nur darauf konzentrieren, die Dinge dank KI effizienter zu erledigen. Wir müssen uns viel mehr fragen, ob wir das Richtige tun. Effizienz bedeutet, etwas mit möglichst wenig Aufwand zu erledigen. Effektivität heisst, das Richtige zu tun. Die neuen Möglichkeiten verleiten uns dazu, noch mehr zu produzieren, noch mehr zu prüfen und noch mehr Informationen in die Welt hinauszujagen. Das Hirn? Wird immer öfter abgeschaltet oder ausgelagert.
Derzeit sind wir mit vollem Karacho daran, schlechte Abläufe mit KI zu forcieren, anstatt sie zu eliminieren. Wenn es immer einfacher wird, etwas zu erledigen, wird es noch wichtiger zu entscheiden, was überhaupt erledigt werden soll. KI kann Freiräume schaffen, die Qualität verbessern und uns helfen, unsere Zeit anders einzusetzen. Doch dafür müssen wir unseren Erfolg nicht an der Fülle erledigter Aufgaben messen, sondern am konkreten Nutzen unserer Arbeit.
Die entscheidende Frage lautet nicht, wie viel schneller wir dank KI arbeiten können. Sondern was wir mit der gewonnenen Zeit Sinnvolles bewirken. Mehr Effizienz ist gut. Mehr Effektivität ist entscheidend.
Künftig werden die Blender, Schwätzer und Fremdgelenkten dank den vielen verfügbaren Autopiloten noch mehr blenden und schwätzen. Wir Ostschweizer können sie alle schlagen, wenn wir auf die AI (Appenzeller Intelligenz) setzen. Oder auf RI (Rheintaler Intelligenz). Fleiss, Bodenständigkeit, Tradition und Innovation sind eine gute Kombination.
Text: Roland Rino Büchel