Bitte keine neue Pandemie erfinden
Damals wurde die Andes-Variante des Hantavirus erstmals nachgewiesen. Ich war beeindruckt, mit welcher Konsequenz, Ruhe und Wissenschaftlichkeit die argentinischen Forscher der Sache auf den Grund gingen. Das Virus kann nur bei engstem Kontakt und in höchst seltenen Fällen von Mensch zu Mensch übertragen werden. Eine richtige Epidemie hat es bis heute nie gegeben.
2025 wurden in Argentinien 83 Infektionen registriert, 28 zum Teil sehr betagte Menschen starben. Weltweit gab es insgesamt 59 Tote. Zum Vergleich: In der gleichen Zeit brachten sich 720’000 Leute um, 430’000 werden alljährlich von anderen Menschen umgebracht.
Nun warnt die Weltgesundheitsorganisation WHO seit Wochen scheinheilig vor Panik, sät aber gleichzeitig Unsicherheit, wo es nur geht. Zu den Fakten: Die drei Toten auf dem Kreuzfahrtschiff «Hondius» sind tragisch, stellen aber keine Gefahr für die Allgemeinheit dar. Trotzdem trat der WHO-Generaldirektor subito mit vier weiteren Direktoren vor die internationale Presse. Wie schon während der Corona-Krise schaukeln sich Journalisten und Experten seither wechselseitig hoch.
Ein isoliertes Kreuzfahrtschiff mag für Forscher interessant sein. Für die Betroffenen bedeutet es Abschottung für eine gewisse Zeit – und für die Welt keine Gefahr.
Zum Schluss noch einmal ein Lob an die argentinischen Ärzte und Virologen: Sie teilten ihre Erkenntnisse und Testverfahren umgehend mit Kollegen in Europa und Südafrika. Obwohl die Betroffenen angenehm ruhig bleiben, tut die Medienwelt hysterisch. Bleiben wir bei solchen Ereignissen doch gelassen, anstatt übertrieben nervös zu tun. Das ist gut für das Gemüt, für die Wirtschaft und für die Staatskassen.
Text: Roland Rino Büchel