Grenzenlos unterwegs zwischen Schweiz und Österreich
Die Pendler:innen im Bodenseeraum können sich wortwörtlich grenzenlos freuen: Per Fahrplanwechsel im Dezember 2026 fährt Thurbo von Weinfelden via St.Gallen direkt nach Bregenz. Die neue S3 verkehrt stündlich und ist das Resultat der Bemühungen des Landes Vorarlberg und des Kantons St.Gallen, den grenzüberschreitenden öffentlichen Verkehr auf der Schiene zu verbessern.
7800 Menschen pendeln täglich zwischen der Schweiz und Österreich
Nach der Vernehmlassung zum Fahrplanentwurf 2027, die im Juni 2026 abgeschlossen wurde, haben die Kantone im August 2026 grünes Licht zum Ausbauschritt gegeben. «Eine weitere gemeinsame S-Bahn-Linie ist ein starkes Zeichen für die funktionierende Zusammenarbeit zwischen dem Land Vorarlberg und dem Kanton St.Gallen. Ich freue mich, dass die Bewohnenden und Besuchenden im Rheintal künftig von diesem neuen Angebot profitieren können», so der St.Galler Regierungspräsident Beat Tinner.
Die neue S-Bahn-Linie ergänzt die bestehenden internationalen Angebote ideal, sie kommt insbesondere Pendler:innen sowie Studierenden zwischen St.Gallen und Bregenz zugute. Laut dem Land Vorarlberg pendeln täglich 7800 Menschen zwischen ihren Wohn- und Arbeitsorten in der Schweiz und Vorarlberg – viele davon mit dem Auto. Mit der Verbesserung der Bahnverbindung werden Anreize für den Umstieg auf die öffentlichen Verkehrsmittel geschaffen: In 58 Minuten erreicht man mit der S3 ab Bregenz staufrei das Kantonsspital St.Gallen. Zudem arbeiten der Tarifverbund OSTWIND und der Verkehrsverbund Vorarlberg (VVV) ein attraktives Einführungsangebot für Pendler:innen aus.
Auch für Freizeitreisende bedeutet die neue umsteigefreie Direktverbindung eine weitere Verbesserung im Nahverkehr im südlichen Bodenseeraum. Thurbo Unternehmensleiterin Claudia Bossert sagt: «Mit unserer langjährigen Erfahrung im grenzüberschreitenden Verkehr freuen wir uns, diesen Ausbauschritt gemeinsam mit der ÖBB realisieren zu dürfen».
Wieder zusammen mit der ÖBB
Wie bei der S7 (Romanshorn–Lindau-Insel) erbringt Thurbo das Angebot in Kooperation mit der ÖBB, deren Lokpersonal die Thurbo-Fahrzeuge ab St.Margrethen übernimmt. Ein Servus hier, ein Grüezi da und schon ist der Zug in neuen Händen – der Personalwechsel geht in weniger als einer Minute über die Bühne.
Apropos Fahrzeuge: Thurbo rüstet zehn zusätzliche Gelenktriebwagen (GTW) für den Einsatz in Österreich auf (siehe Infobox). Der grenzüberschreitende Regionalverkehr wurde auch bei der Beschaffung des neuen Rollmaterials berücksichtigt: Thurbo hat 107 neue Züge des Typs Flirt Evo von Stadler bestellt, die ersten sind bereits im Einsatz. 31 Flirt Evo werden dereinst für den Verkehr in Österreich und Deutschland zugelassen sein.
Fit für Österreich
Thurbo hat Erfahrung in der Planung von Fahrzeugumrüstungen. Diese müssen frühzeitig angegangen werden, denn die Umrüstungsarbeiten sollen den regulären Betrieb möglichst wenig stören. Das Regionalfahrzeug Instandhaltungscenter Ostschweiz (eine Organisationseinheit der SBB) führt die Instandhaltung und auch die Umrüstung im Auftrag von Thurbo aus, während die ausgewählten Fahrzeuge revidiert werden. Die Revision verlängert sich so zwar um einige Tage, dafür kann ein grosser Teil der Anpassungen für den grenzüberschreitenden Verkehr parallel zu den normalen Revisionsarbeiten erledigt werden.
Diese Anpassungen sind nötig
- Aussenlautsprecher, damit Lokführer:innen bei Fahrten ohne Kundenbegleiter:innen Durchsagen für Fahrgäste auf dem Perron machen können.
- Aktualisierung des deutschen Zugsicherungssystems, das auch in Österreich angewandt wird (Hardware und Software).
- Einbau einer Hilfskupplung zum Abschleppen des Fahrzeugs.
- Aufkleben diverser Piktogramme und Hinweiskleber.
Einige Anpassungen sind nötig, um die Vorschriften des österreichischen Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) für die Zulassung der Fahrzeuge in Österreich einzuhalten. Andere Anpassungen, wie zum Beispiel die Aussenlautsprecher, fordert die ÖBB-Personenverkehr AG, welche in Österreich als verantwortliches Eisenbahnverkehrsunternehmen auftritt.
Bild: Thurbo AG, Bernd Hofmeister