Kolumne

Die alternde Schweiz

Die alternde Schweiz
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Vor Ostern tauchten die neusten demografischen Zahlen auf. Sie zeigen, dass unsere Bevölkerung wächst, wir immer älter werden und immer weniger Kinder auf die Welt kommen. Was bedeutet dies für uns?

Schön, dass die Menschen in unserem Land immer älter werden. Die durchschnittliche Lebenserwartung bei der Geburt beträgt mittlerweile 88,2 Jahre für Frauen und 85,7 Jahre für Männer.
Weniger schön ist, dass die Anzahl der über 65-Jährigen neu höher ausfällt als die Anzahl an Personen unter 20. Die traditionelle «Alterspyramide» wird offenbar immer mehr zu einem Baum mit grosser Krone.

Tiefe Geburtenrate
Nachdenklich macht, dass es pro Jahr bald schon mehr Todesfälle als Geburten geben soll. Und dies trotz anhaltender Einwanderung. Ist die Geburtenrate pro Frau doch mittlerweile auf 1,28 gesunken. Was spricht gegen das Kinderkriegen? Die Individualisierung?
Für unsere Volkswirtschaft von Bedeutung ist auch, dass 100 erwerbstätigen Personen im Alter von 20 bis 65 Jahren offenbar bereits 66 Personen mit weniger als 20 und mehr als 65 Jahren gegenüberstehen. Diese Zahlen sind bezüglich der Verfügbarkeit von Arbeitskräften als auch bezüglich der Finanzierung unserer Rentensysteme besorgniserregend. Insbesondere bei steigender Lebenserwartung!

Alternde Gesellschaft
Die NZZ titelte «Die Schweiz ergraut». Und weiter: «Die demografische Alterung wäre ohne Zuwanderung schon deutlich weiter fortgeschritten». Eine treffende Analyse, die nach ganzheitlichen politischen Reformen ruft.
Die Volksinitiative «Keine 10-Millionen-Schweiz», die am 14. Juni zu Abstimmung gelangt, versucht mit einer untauglichen «Deckelung» sowie mit weiteren zwingenden Massnahmen Einfluss auf die Bevölkerungszahl zu nehmen. Die Initiative würde nicht nur neue Unsicherheiten schaffen, sondern auch die Alterung forcieren. Damit ist sie das Gegenteil einer ganzheitlichen Lösung.

Text: Sven Bradke

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