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Damit gute Ideen nicht versanden

Damit gute Ideen  nicht versanden
Martin Frischknecht, Präsident und Initiativenleiter des Vereins «SmartAR»
Lesezeit: 3 Minuten

Die Digitalisierung ist in aller Munde. Doch leider hapert es vielerorts noch bei der Umsetzung – auch im Appenzellerland. Der Verein «SmartAR» bringt deshalb Anspruchsgruppen zusammen, um die Digitalisierung zukunftsgerichtet voranzutreiben.

Der Verein «Smart AR» will die digitale Transformation des Appenzellerlandes vorantreiben, indem er Wirtschaft, Gesellschaft und die öffentliche Hand zusammenbringt und die verschiedenen Projekte, Ideen und Akteure miteinander vernetzt. «Denn oft ‹versanden› gute Ideen und Projekte, da sie isoliert betrachtet werden und die Umsetzung personelle und finanzielle Ressourcen braucht, die kaum vorhanden sind», sagt Martin Frischknecht, Präsident und Initiativenleiter von «SmartAR».

Erste erfolgreiche Projekte
Bereits im Gründungsjahr hat «SmartAR» ein IoT-Plattform für Appenzell Ausserrhoden lanciert, an der sich unterdessen zahlreiche Akteure beteiligen. Neben lokalen Industriebetrieben sind das die Südostbahn SOB, die Appenzellerbahnen, Clavis IT und die AR Informatik AG. Zusammen mit AR Informatik arbeitet der Verein derzeit daran, das Thema IoT in Zusammenhang mit Infrastruktur- und Gebäudemanagement zu bewirtschaften. «Es ist noch ein Weg vor uns, um von den zahlreichen Ideen zu Anwendungen zu kommen. Aber die Plattform läuft! Nun geht es ums Machen und darum, das Angefangene Schritt für Schritt weiterzuführen», sagt Martin Frischknecht.

«Das beweist, dass schnell Lösungen umgesetzt werden können.»

2021 hat der Verein während der Corona-Pandemie zusammen mit dem Herisauer Pharmaunternehmen Hänseler AG eine Aerosol-Überwachung für Schulzimmer entwickelt. Dafür wurden bereits bestehende IoT-Geräte, die in einem Projekt zusammen mit Hänseler entstanden sind, um einen CO2-Aerosol-Fühler erweitert. Die Geräte wurden anschliessend im Rahmen eines Pilotprojektes in den Schulhäusern in Urnäsch getestet und eingesetzt. Weitere Schulen sehen bislang keine Notwendigkeit für eine solche Luftüberwachung. «Für uns war das trotzdem ein wichtiger Meilenstein», sagt Frischknecht. «So konnte der Beweis erbracht werden, dass durch eine direkte und unkomplizierte Zusammenarbeit auf verschiedenen Ebenen im Kanton und der Wirtschaft sehr schnell eine Lösung gefunden werden kann.»

Smarte «IoT Kits» für Schulen
Erfolgreicher läuft das Projekt «Energie Impuls Industrie Appenzellerland» des Industrievereins AR. ENIA soll entscheidende Anreize schaffen, um möglichst viele Dachflächen der Mitglieder für die Energiegewinnung durch PV-Anlagen zu nutzen. Einen Teil des Projekts bildet ein Dashboard zur Bekanntmachung der Menge der erzielten erneuerbaren Energie durch die Firmen der Industrie AR. Dieses Projekt ist aus der ersten Zusammenarbeit zwischen «SmartAR» und dem Industrieverein AR entstanden.

Aktuell arbeitet «SmartAR» zudem an diversen Projekten in Bildung, Mobilität und Verkehr, eGovernment sowie Tourismus. Dazu gehört auch ein Projekt, bei dem der Verein zusammen mit Smartfeld und der OST – Ostschweizer Fachhochschule smarte «IoT Kits» für den Unterricht entwickelt, die niederschwellige Projekte im Bereich Nachhaltigkeit, Umwelt und Digitalisierung an den Schulen erlauben. Zur Mobilität läuft im Moment ein Projekt im Umfeld von Speicher, und mit dem Tourismus sind Workshops geplant. «Über diese Projekte werden wir bald mehr berichten können», verspricht Frischknecht.

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«Unsere Neutralität und Offenheit bringt uns viel Sympathie.»

Vorerst nur in Ausserrhoden
Dass sich Ausser- und Innerrhoder oftmals nicht ganz grün sind, ist ja hinlänglich bekannt. Dies ist allerdings nicht der Grund dafür, dass der Verein «SmartAR» bislang nur in Ausserrhoden aktiv ist. «Wir können uns gut vorstellen, dass wir in Zukunft auch in Innerrhoden tätig sind», sagt Frischknecht. «Es war jedoch im ersten Schritt notwendig, unsere Aktivitäten auf einen Kanton zu beschränken, um mit den bestehenden Strukturen effizient die ersten Pilotprojekte anzustossen und zu realisieren. Wir bieten aber gerne Hand, wenn auf Innerrhoder Seite der Wunsch für eine Zusammenarbeit aufkommt.»

Erfreut zeigt sich Frischknecht darüber, dass der Verein auf keine Widerstände stösst: «Im Gegenteil! Oft freuen sich die involvierten Parteien, dass es nun eine Plattform gibt, auf der die Themen strukturiert und ganzheitlich angegangen werden. Gerade unsere Neutralität und Offenheit gegenüber allen Personen und Organisationen bringt uns viel Sympathie.»

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