Zur Digitalisierung besteht Diskussionsbedarf
01.02.2019

Zur Digitalisierung besteht Diskussionsbedarf

Am ersten Vernetzungstreffen zum digitalen Wandel in der Region am 29. Januar im Büro Lokal Wil nahmen 17 Interessierte aus unterschiedlichen Branchen teil. Die Rückmeldungen waren durchwegs positiv.

Den Auftakt in den Abend machte Eva De Salvatore-Spaar mit einem Kurzreferat unter dem Titel «Karriere 4.0» und nahm sich dabei selbst als Beispiel: Nach einem Publizistik-Studium an der Uni Zürich sammelte sie vor allem im Bankensektor Berufserfahrungen.

Nach der Geburt ihres ersten Kindes 2013 wurde De Salvatore-Spaar zur Jungunternehmerin und gründete ein Start-up für ökologisch und nachhaltig produzierte Babykleider aus Bambusfasern. Heute kümmert sich vor allem ihr Mann um die Firma, sie führt die Geschäfte von «IT St.Gallen rockt!», dieser Branchenorganisation gehören derzeit 78 Firmen und Bildungsinstitutionen in der Ostschweiz an.

Heterogenes Publikum
Im anschliessenden Gespräch am Runden Tisch zeigte sich, dass die Anwesenden einen sehr unterschiedlichen beruflichen Hintergrund und Zugang zum Thema haben. Dies verlieh dem Meinungsaustausch besondere Lebendigkeit. Auch dass die Gesprächsteilnehmer altersdurchmischt waren, führt zu interessanten unterschiedlichen Sichtweisen.

Es waren unter anderem Fachleute aus Detailhandel, Gesundheitswesen, Marketing, Bildung, Unternehmensberatung, Kunst, Medien und Informatik anwesend. Zu den Gesprächsteilnehmern zählten auch einige Vertreter des Wiler Stadtparlaments sowie dessen Präsident Marc Flückiger.

Unterschiedliche Sichtweisen
Die meisten Voten bezogen sich auf die neuen Möglichkeiten durch den digitalen Fortschritt, allerdings wurde auch Kritik geäussert. So hiess es etwa, schlecht organisierte Prozesse würden nicht automatisch besser, nur weil sie künftig ein Computer oder ein Roboter ausführe. Auch der Umgang mit den persönlichen Daten – Stichwort: Gläserner Mensch – wurde unterschiedlich bewertet. Im Weiteren waren die gesellschaftlichen Veränderungen im Zuge der Digitalisierung ein Diskussionsthema.

Insgesamt war die Haltung der Anwesenden gegenüber der Digitalisierung positiv, wenn auch unklar ist, wohin die weitere Entwicklung genau geht und wie die Politik angemessen darauf reagieren kann.

Fortsetzung geplant
Es wurde nicht nur im Plenum diskutiert, im Anschluss wurden auch zu zweit oder in kleinen Gruppen Meinungen und Erfahrungen ausgetauscht und Networking gepflegt. Es hiess, auch im Zeitalter von WhatsApp, Facebook und Snapchat usw. sei das Bedürfnis nach persönlichen Begegnungen ausserhalb des Cyberspace ungebrochen.

Diese Art von Events zur Digitalisierung in der Region entspricht gemäss den Rückmeldungen verschiedener Teilnehmer einem Bedürfnis. Weitere Veranstaltungen zum Thema werden im Coworking-Space-Büro Lokal folgen.