Übergangslösung für Heime Espel und Schwalbe
04.09.2019

Übergangslösung für Heime Espel und Schwalbe

Die Sana Fürstenland AG reagiert auf den Rekurs gegen das Bauvorhaben «Alterszentrum Fürstenland». Der Umzug in eine Übergangslösung im Betagtenzentrum Schwalbe mittels Modulbauten soll die Wohnsituation der Bewohner des Altersheims Espel rasch verbessern. Die Investition beträgt vier Millionen Franken. 12 Stellen könnten dadurch wegfallen.

Die Gossauer Bevölkerung hat mit der Abstimmung vom 3. März 2013 «Ja» zum Neubau eines Alterszentrums im Zentrum von Gossau gesagt. Dort sollen die betagten Bewohnerinnen und Bewohner der beiden Heime Espel und Schwalbe gemeinsam betreut werden.

Doch die Umsetzung wird durch eine Einsprache bis auf Weiteres verzögert, heisst es in der Mitteilung der Stadt. Für die Bewohnerinnen und Bewohner könnte es im schlimmsten Fall noch Jahre dauern, bis sie die komfortableren Räumlichkeiten beziehen können. Eine solche Verzögerung möchte man auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ersparen, die ihre Arbeit künftig unter zeitgemässen Bedingungen verrichten sollen.

Lösungsfindung mit klarem Ergebnis
Die Heimbetreiberin Sana Fürstenland hat nach Lösungen gesucht, um den Betrieb trotz der Verzögerung wirtschaftlich vertretbar zu gestalten und ihren Auftrag planmässig zu erfüllen, so die Stadt weiter.

Es wurden verschiedene Szenarien erstellt und Lösungsvarianten überprüft. Die Verantwortlichen und die beigezogenen Fachexperten kommen zur klaren Schlussfolgerung: Sie empfehlen den vorzeitigen Zusammenschluss der beiden Heime am Standort Schwalbe auf Sommer 2020.

Neue Synergien und höhere Qualität
Das Betagtenzentrum Schwalbe würde punktuell modernisiert und mit Modulbauten aus Holz erweitert werden. Bis zur Fertigstellung würde das Altersheim Espel weitergeführt. Die Mitarbeitenden des Altersheims Espel würden in den Betrieb des Betagtenzentrums Schwalbe integriert.

Die Konzentration auf einen Standort schafft Synergien und spart Kosten. Vereinfachte Betriebsabläufe bringen Zeitersparnisse und verbessern Arbeitsqualität und Arbeitsbedingungen der Mitarbeitenden. Und ein verbessertes Angebot steigert die Attraktivität für die Bewohnerinnen und Bewohner sowie für die Mitarbeitenden gleichermassen.

Schliessung kein Thema
Der Verwaltungsrat der Sana Fürstenland und die Fachexperten haben laut der Stadt neben dem favorisierten Vorhaben noch weitere Alternativen geprüft (Weiterbetrieb, Sanierung, Schliessung). Diese wurden aus den folgenden Gründen verworfen:

1. Ein Weiterbetrieb wie bisher kommt nicht in Frage, weil die fehlende Attraktivität der Heime zu einer tieferen Belegung und damit zu existenziellen Nöten der Betreiberin führen könnte.

2. Mit einer Sanierung des Altersheim Espel könnte die Attraktivität verbessert werden. Die dafür notwendigen Investitionen von mehreren Millionen Franken ohne Einsparungen im Betrieb sind aber für einen kurzen Nutzungszeitraum nicht zu rechtfertigen.

3. Die Schliessung des Altersheim Espels würde dem Leistungsauftrag der Eigentümergemeinden widersprechen und könnte zum dauernden Kontingentverlust von Pflegeplätzen führen. Mit der Schliessung des Altersheims würden auch rund 50 Mitarbeitende ihre Stelle verlieren. Fachkräfte, die mit dem Bezug des neuen Betagtenzentrums wieder aufwendig rekrutiert werden müssten.

Kreditantrag ans Parlament
Der Stadtrat trägt die angestrebte Lösung vollumfänglich mit; auch deshalb, weil die Stadt Gossau als Eigentümerin der Liegenschaft des Altersheims Espel in der Pflicht steht, Investitionen zu decken und den Betrieb sicherzustellen.

Der Stadtrat beantragt deshalb dem Parlament einen Kredit von drei Millionen Franken zwecks Mitfinanzierung dieser Übergangslösung. Die Sana Fürstenland wird aus eigenen Mitteln den Restbetrag von rund einer Million Franken beisteuern.

Bewilligungsverfahren für angebaute Module
Diese Übergangslösung sieht vor, beim Betagtenzentrum Schwalbe mit Modulbauten zusätzlich 37 Einzelzimmer mit Nasszellen und 4 Büroräume mit 5 Arbeitsplätzen zu schaffen.

Die modularen Baukörper könnten weitgehend auf dem Grundstück des Betagtenzentrums errichtet werden. Nur in geringem Umfang würde eine Nachbarliegenschaft tangiert, deren Eigentümer dem Vorhaben aber positiv gegenüberstehen. Für diesen Um- und Ausbau ist ein Baubewilligungsverfahren erforderlich.

Informationsanlass am 10. September
Über den Zusammenschluss und den geplanten städtischen Beitrag orientieren Stadtrat und Sana Fürstenland am Dienstag, 10. September 2019. Der öffentliche Informationsanlass im Saal des Andreas-Zentrums (Säntisstrasse 9) beginnt um 19:00 Uhr.

Bildlegende: Das Altersheim Espel in Gossau soll aufgegeben werden und die Bewohner in einem neuen Provisorium beim Betagtenzentrum Schwalbe untergebracht werden.