St.Gallen

Sonnegrund und Solino prüfen gemeinsame Zukunft

Sonnegrund und Solino prüfen gemeinsame Zukunft
Hans Städler, Verwaltungsratspräsident Solino sowie Gemeindepräsident Bütschwil-Ganterschwil, Ralph Rütsche, Geschäftsleiter Solino, Martha Storchenegger, Betriebsleiterin Sonnegrund, und Pascal Nägeli, Präsident der Betriebskommission Sonnegrund und Gemeinderat Kirchberg
Lesezeit: 2 Minuten

Die beiden Seniorenzentren Sonnegrund Kirchberg und Solino Bütschwil treiben ihre Zusammenarbeit voran und prüfen einen Zusammenschluss in Form eines erweiterten Zweckverbands. Ziel ist es, die Langzeitversorgung im unteren Toggenburg nachhaltig zu stärken. Ein Entscheid ist noch nicht gefallen – die politische Behandlung ist für 2027 vorgesehen.

Text: pd/stz.

Die Idee einer engeren Kooperation geht auf das Jahr 2022 zurück. Damals suchte das Seniorenzentrum Sonnegrund Kirchberg im Rahmen seiner Eignerstrategie den Austausch mit dem Zweckverband Solino. Seither wurde die Zusammenarbeit kontinuierlich ausgebaut. Ein sichtbares Beispiel ist die gemeinsame Einführung eines neuen Pflegedokumentationssystems, das im Herbst 2026 in Betrieb gehen soll und die Abläufe zwischen den Standorten vereinfacht.

Die bisherigen Erfahrungen zeigen: Das volle Potenzial einer Zusammenarbeit entfaltet sich erst mit einem organisatorischen Zusammenschluss. Beide Institutionen sind heute solide aufgestellt und wollen ihre Position langfristig sichern. Deshalb arbeiten die strategischen Gremien derzeit die rechtlichen, organisatorischen und finanziellen Grundlagen für einen möglichen erweiterten Zweckverband aus.

Hintergrund der Überlegungen sind tiefgreifende Veränderungen in der Langzeitpflege. Die Bevölkerung wird älter, die Anforderungen steigen, und der Fachkräftemangel verschärft sich. Gleichzeitig nimmt der Konsolidierungsdruck im Markt zu. «Unser Ziel war es von Beginn an, unseren Standort langfristig zu sichern und weiterzuentwickeln», sagt Pascal Nägeli, Präsident der Betriebskommission des Seniorenzentrums Sonnegrund Kirchberg. «Die gewachsene Zusammenarbeit bildet heute eine tragfähige Grundlage für die vertiefte Prüfung eines Zusammenschlusses.»

Ein erweiterter Zweckverband würde vor allem hinter den Kulissen wirken:

Fachfunktionen könnten gebündelt, Doppelspurigkeiten abgebaut und administrative Aufgaben reduziert werden. Bereiche wie HR, Finanzen, IT oder Qualitätsmanagement würden gemeinsam organisiert. Dadurch entstehen stabilere Strukturen, bessere Stellvertretungsregelungen und zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten für Mitarbeiter.

Im Zentrum steht jedoch nicht das Sparen, sondern die Qualität der Betreuung. Die Bündelung von Ressourcen soll vor allem eines ermöglichen: mehr Zeit für Pflege, Betreuung und persönliche Begleitung. «Mit einem erweiterten Zweckverband schaffen wir stabile Strukturen, die es uns ermöglichen, Fachkompetenz gezielt auszubauen und unsere Mitarbeiter zu stärken», sagt Hans Städler, Verwaltungsratspräsident des Zweckverbands Solino und Gemeindepräsident von Bütschwil-Ganterschwil. «So sichern wir die Qualität der Versorgung langfristig.»

Für Bewohner bleibt der Alltag unverändert. Weder sind Schliessungen geplant noch eine Zentralisierung der Pflege. Beide Standorte in Kirchberg und Bütschwil bleiben bestehen, ebenso ihre Namen und ihre lokale Verankerung. Operative Entscheide werden weiterhin vor Ort getroffen, während strategische Fragen künftig gemeinsam gesteuert werden sollen.

Auch rechtlich setzt man auf Kontinuität: Nach Prüfung verschiedener Modelle favorisieren die Verantwortlichen die Weiterentwicklung des bestehenden öffentlich-rechtlichen Zweckverbands. Dieses Modell ist regional etabliert und politisch breit abgestützt, gleichzeitig bleibt die Verantwortung bei den beteiligten Gemeinden.

Im laufenden Jahr werden die Grundlagen für eine neue Zweckverbandsvereinbarung erarbeitet. Ab Sommer 2026 startet der politische Prozess in den Gemeinden. Die entscheidenden Weichenstellungen sind für das erste Halbjahr 2027 vorgesehen – mit einer Urnenabstimmung in Kirchberg sowie fakultativen Referenden in den bestehenden Verbandsgemeinden. Bei Zustimmung könnte der erweiterte Zweckverband per 1. Januar 2028 den Betrieb aufnehmen.

Auch interessant

Raiffeisenbank Regio Unteres Toggenburg & Neckertal blickt auf erfolgreiches Jahr zurück
St.Gallen

Raiffeisenbank Regio Unteres Toggenburg & Neckertal blickt auf erfolgreiches Jahr zurück

StarragTornos baut Luftfahrtgeschäft aus
St.Gallen

StarragTornos baut Luftfahrtgeschäft aus

Hofer wird RhySearch-Verwaltungsratspräsident
St.Gallen

Hofer wird RhySearch-Verwaltungsratspräsident