Sonnegrund und Solino prüfen gemeinsame Zukunft
Text: pd/stz.
Ein erweiterter Zweckverband würde vor allem hinter den Kulissen wirken:
Fachfunktionen könnten gebündelt, Doppelspurigkeiten abgebaut und administrative Aufgaben reduziert werden. Bereiche wie HR, Finanzen, IT oder Qualitätsmanagement würden gemeinsam organisiert. Dadurch entstehen stabilere Strukturen, bessere Stellvertretungsregelungen und zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten für Mitarbeiter.
Im Zentrum steht jedoch nicht das Sparen, sondern die Qualität der Betreuung. Die Bündelung von Ressourcen soll vor allem eines ermöglichen: mehr Zeit für Pflege, Betreuung und persönliche Begleitung. «Mit einem erweiterten Zweckverband schaffen wir stabile Strukturen, die es uns ermöglichen, Fachkompetenz gezielt auszubauen und unsere Mitarbeiter zu stärken», sagt Hans Städler, Verwaltungsratspräsident des Zweckverbands Solino und Gemeindepräsident von Bütschwil-Ganterschwil. «So sichern wir die Qualität der Versorgung langfristig.»
Für Bewohner bleibt der Alltag unverändert. Weder sind Schliessungen geplant noch eine Zentralisierung der Pflege. Beide Standorte in Kirchberg und Bütschwil bleiben bestehen, ebenso ihre Namen und ihre lokale Verankerung. Operative Entscheide werden weiterhin vor Ort getroffen, während strategische Fragen künftig gemeinsam gesteuert werden sollen.
Auch rechtlich setzt man auf Kontinuität: Nach Prüfung verschiedener Modelle favorisieren die Verantwortlichen die Weiterentwicklung des bestehenden öffentlich-rechtlichen Zweckverbands. Dieses Modell ist regional etabliert und politisch breit abgestützt, gleichzeitig bleibt die Verantwortung bei den beteiligten Gemeinden.
Im laufenden Jahr werden die Grundlagen für eine neue Zweckverbandsvereinbarung erarbeitet. Ab Sommer 2026 startet der politische Prozess in den Gemeinden. Die entscheidenden Weichenstellungen sind für das erste Halbjahr 2027 vorgesehen – mit einer Urnenabstimmung in Kirchberg sowie fakultativen Referenden in den bestehenden Verbandsgemeinden. Bei Zustimmung könnte der erweiterte Zweckverband per 1. Januar 2028 den Betrieb aufnehmen.