So soll die St.Galler Innenstadt belebt werden
11.11.2019

So soll die St.Galler Innenstadt belebt werden

Verschiedene Massnahmen sollen zur Belebung der St.Galler Innenstadt beitragen. Was davon bisher umgesetzt wurde, zeigt der Stadtrat in einer Übersicht, die er alle sechs Monate bietet. Im Frühling soll es mit weiteren Massnahmen weitergehen.

Während des Herbst-Forums vom Donnerstag, 7. November, wurde über den aktuellen Stand der Massnahmen im Projekt «Zukunft St.Galler Innenstadt» informiert. Seit dem letzten Forum im Frühling habe man weitere Massnahmen umgesetzt, schreibt der Stadtrat: Der Nachrichtendienst «City Messenger» ist lanciert, das Bonussystem geht in die Testphase, und das «City Management Board» hat die strategischen Pfeiler festgelegt.

Eines der Handlungsfelder ist die Liberalisierung der Nutzung des öffentlichen Raums, die Belebung bringen soll. Es soll einfacher werden, öffentliche Plätze oder den Raum vor Läden und Gastronomiebetrieben kommerziell zu nutzen. Hier ist die Hauptmassnahme ein zweijähriger Pilotversuch, der am 1. Januar 2020 beginnt. Davon unabhängig werde man «unter gewissen Rahmenbedingungen kommerzielle Grossveranstaltungen auf öffentlichem Grund», bewilligen, heisst es weiter.

Das klingt gut und entspricht einem alten Bedürfnis von Detaillisten, Gastronomen und Veranstaltern. Entscheidend wird die Umsetzung in der Praxis sein. Schon frühere Versprechungen auf Verbesserungen sorgten danach für Kritik, weil sich das angebliche zusätzliche Angebot als Einschränkung in anderen Bereichen entpuppte, schreibt das Onlineportal «Die Ostschweiz».

Bis Ende Oktober fand der zehntägige Testbetrieb des Velolieferdienstes in der Innenstadt statt. Vier Betriebe und acht Testpersonen haben den Lieferservice und insbesondere die Abläufe getestet. «Die Läden und Testpersonen ziehen eine positive Bilanz», heisst es im Bericht. Die Lancierung des neuen Angebots ist per Frühling 2020 geplant. Bis dahin würden die Erkenntnisse aus dem Test umgesetzt und weitere Partnerbetriebe gesucht.

Am Frühlingsforum wurde auch die Schaffung des «City Management Boards» vorgestellt. Dieses wird das heutige Forum ablösen und sich danach um die Belebung der Innenstadt und die Koordinaten der Aktivitäten kümmern. Bis dahin sollen «mindestens 80 Prozent» der vorgesehenen Massnahmen umgesetzt sein. Dem Gremium zur Seite gestellt wird neu ein «Sounding Board». Es soll mindestens ein Mal pro Jahr einberufen werden und fungiert als eine Art Coach: Es gibt Feedback zu den Aktivitäten und speist neue Ideen ein. Das Ziel bleibt die bereits definierte Zukunftsvision: «Die St.Galler Innenstadt ist eine weitherum bekannte, belebte und in ihrem historischen Umfeld einzigartige Einkaufs-, Erholungs-, Gastro- und Kulturdestination, getragen von den lokalen Akteuren.» Das «City Management Board» soll sich um die Bekanntmachung, die Belebung und um Einzigartigkeit in den vier Bereichen Einkauf, Erholung, Gastronomie und Kultur kümmern.

Derzeit begegnet man an vielen Orten in der Stadt dem Hinweis auf den Nachrichtendienst «City Messenger», eine Smartphone-Applikation mit dem Ziel, die Bevölkerung direkt mit dem lokalen Gewerbe und weiteren Institutionen in Austausch zu bringen. Der Service wurde am 23. Oktober 2019 lanciert. Bis heute sind laut dem Stadtrat bereits rund 3'000 Nutzer aktiv.

Als weiteres Projekt verfolge das Bonussystem das Ziel, wiederkehrende Besucher der Innenstadt zu honorieren. Die Funktion des Bonussystems wurde definiert und eine testbereite Systematik entwickelt: Die Nutzer können ihre Konsumationen in der Innenstadt anhand der Quittungen erfassen und so Punkte sammeln, wofür sie einen finanziellen Bonus erhalten. Ab Dezember 2019 geht das Bonussystem in die Testphase, um wertvolle Erkenntnisse für die Realisierung zu gewinnen. Interessierte Tester können sich bis am 20. November 2019 unter www.stadtsg.ch/bonussystem anmelden.

Ebenfalls im Zusammenhang mit der Belebung der Innenstadt werden die Patenschaften genannt, die der Verein Sternenstadt lanciert hat. Wirklich etwas zur Belebung beitragen dürfte die durchaus sympathische Aktion für sich zwar nicht, so «Die Ostschweiz». Ausser es gelingt, mit dieser Massnahme tatsächlich genügend Geld zu generieren, damit der Verein wie geplant für sein zehnjähriges Jubiläum neue Eventformate und Angebote kreieren kann.

Und zuguterletzt noch die Realisierung der «Märlistation» am Blumenbergplatz: Diese ist in der Umsetzung. Die Baubewilligung sei erteilt und die Bauleitung vergeben, heisst es. Die Arbeiten beginnen voraussichtlich Anfangs Dezember 2019.

Alle Massnahmen finden Sie hier.