SGKB Immobilienforum 2026: Preise in St.Gallen dürften weiter steigen
Text: pd/red
Im Zentrum des Forums standen die geldpolitischen Perspektiven, die Entwicklung des Ostschweizer Immobilienmarkts sowie die langfristigen Auswirkungen des Bevölkerungswachstums auf Wohnraum und Infrastruktur.
Zinsen bleiben tief
Thomas Stucki, Anlagechef der St.Galler Kantonalbank, ordnete die geldpolitischen Aussichten für 2026 ein. Die Schweizerische Nationalbank dürfte am Leitzins von 0,0 Prozent festhalten. Trotz tiefer Inflation sieht Stucki keinen Grund für eine Rückkehr zu Negativzinsen. Der Franken werde gegenüber dem US-Dollar zwar stärker, unter anderem wegen Unsicherheiten rund um die Unabhängigkeit der amerikanischen Notenbank. Aus Sicht der SNB gleiche die höhere Inflation im Ausland diese Entwicklung jedoch aus. Für Zinserhöhungen fehle es 2026 weiterhin an ausreichendem Wirtschaftswachstum. Die tiefen Zinsen hielten die Nachfrage nach Immobilien hoch, insbesondere bei institutionellen Investoren.
Mehr Neubauten in der Region St.Gallen
Christine Eugster von Wüest Partner gab einen Überblick über die aktuelle Marktlage in der Ostschweiz. In der Region St.Gallen habe die Wohnbautätigkeit deutlich zugenommen. In den vergangenen zwölf Monaten seien erheblich mehr Wohnungen in Mehrfamilienhäusern baubewilligt worden als in den Jahren zuvor. Aufgrund der weiterhin hohen Nachfrage dürften diese neuen Objekte jedoch rasch absorbiert werden. Entsprechend sei auch künftig mit moderat steigenden Preisen zu rechnen.
Bevölkerungswachstum erhöht den Druck
Den Blick auf die langfristige Entwicklung richtete Michele Salvi, Vizedirektor von Avenir Suisse. Die Schweiz steuere auf eine Bevölkerung von zehn Millionen Menschen zu und wachse jährlich um die Grösse einer Stadt wie Lugano. Der zunehmende Druck auf Wohnraum und Infrastruktur sei weniger dem Wachstum selbst geschuldet als politischen Vorgaben. Knappheit sei kein Marktversagen, sondern ein Regelversagen. Salvi plädierte für mehr marktwirtschaftliche Steuerung, schnellere und verlässlichere Bewilligungsverfahren sowie eine attraktivere Standortpolitik. Gerade für die Ostschweiz gelte: Raumpolitik sei immer auch Standortpolitik. Wer Raumentwicklung erschwere, bremse Wachstum und Wohlstand.