SFS: «Wie ein Tanker, stabil auf Kurs, auch in stürmischen Zeiten»
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Trotz geopolitischer Spannungen, schwacher Industriekonjunktur in Europa und starkem Schweizer Franken steigerte SFS den Umsatz 2025 um mehr als 15 Millionen Franken. «Wir sind gewachsen, und zwar profitabel», betonte Oetterli. Ein entscheidender Faktor sei die breite Aufstellung über verschiedene Märkte und Regionen gewesen.
Gleichzeitig drückten strategische Anpassungen auf das Ergebnis. Der ausgewiesene Ertrag lag bei 324 Millionen Franken, unter anderem belastet durch ein umfassendes Effizienzprogramm. Weltweit sind rund 650 Stellen von Restrukturierungen betroffen, mehrere Standorte – etwa in Deutschland, Tschechien, der Türkei und der Ostschweiz – werden geschlossen oder angepasst. Ohne diese Einmalkosten hätte der operative Gewinn bei rund 371 Millionen Franken gelegen.
Trotz dieser Einschnitte bleibt die Finanzlage robust: Die Eigenkapitalquote liegt bei 64,4 Prozent, der Cashflow entwickelte sich stark. Die Aktionäre sollen eine Dividende von 2.50 Franken pro Aktie erhalten.
Umbau und Generationenwechsel abgeschlossen
Mit Beginn 2026 hat SFS zudem eine neue Organisationsstruktur eingeführt. Ziel ist eine stärkere Kundenorientierung und mehr Fokus auf wachstumsstarke Regionen – insbesondere Asien. Gleichzeitig wurde der Generationenwechsel in der Konzernleitung abgeschlossen. Neue Kräfte wie Christina Burri rücken nach, während langjährige Führungspersönlichkeiten abtreten.
Breit abgestütztes Geschäft als Stabilitätsanker
Operativ zeigt sich ein gemischtes Bild: Während das Segment Engineered Components – unter anderem mit Anwendungen in Medizintechnik und Elektronik – zulegen konnte, blieb das Baugeschäft in Europa schwach. Nordamerika entwickelte sich hingegen dynamischer. Insgesamt profitierte SFS erneut von seiner Diversifikation: Schwächen in einzelnen Bereichen konnten durch andere Segmente aufgefangen werden.
Ein wachsender Fokus liegt zudem auf Zukunftsthemen wie Medizintechnik oder Solartechnologie. Gleichzeitig treibt das Unternehmen Nachhaltigkeitsziele voran – etwa mit deutlich reduzierten CO₂-Emissionen und einer sinkenden Unfallrate.
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Aktionäre zeigen grosse Geschlossenheit
Die Zustimmung der Aktionärinnen und Aktionäre fiel deutlich aus: Sämtliche statutarischen Traktanden wurden mit über 99 Prozent angenommen. Auch der Verwaltungsrat geniesst weiterhin grosses Vertrauen: Alle bisherigen Mitglieder wurden wiedergewählt – laut Oetterli mit «erstaunlicher oder weniger erstaunlicher Zustimmung», wie er augenzwinkernd festhielt.
Vorsichtiger Optimismus für 2026
Für das laufende Jahr gibt sich CEO Breu zurückhaltend optimistisch. Angesichts anhaltender geopolitischer Unsicherheiten erwartet SFS ein Umsatzwachstum von drei bis sechs Prozent sowie eine EBIT-Marge zwischen 12 und 15 Prozent.
Die Botschaft der Führung ist klar: Der Konzern stellt sich neu auf, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Oder, wie es Oetterli formulierte: «Die SFS ist wie ein Tanker – stabil auf Kurs, auch in stürmischen Zeiten.»
«Keine Interessenskonflikte» betreffend Mandat von Tschan
Am Rande der Generalversammlung ging Verwaltungsratspräsident Oetterli auch auf die jüngste Berichterstattung rund um Verwaltungsrat Fabian Tschan ein. Dieser war im «Rheintaler» im Zusammenhang mit seiner früheren Tätigkeit bei der MBaer Merchant Bank thematisiert worden. Der Bank war von der FINMA die Bewilligung entzogen worden, da es gemäss «Rheintaler» Geldwäscherei ermöglicht haben soll.
Tschan war dort Mitglied des Verwaltungsrats und ist zugleich Vertreter der Familie Stadler/Tschan im SFS-Verwaltungsrat. Oetterli betonte jedoch, dass man die Situation geprüft habe und keine Interessenkonflikte im Zusammenhang mit seinem Mandat bei SFS sehe. Aus heutiger Sicht habe Tschan seine Aufgaben «in Treu und Glauben» ausgeübt und sei in seiner Funktion weiterhin voll handlungsfähig. Es gebe daher keinen Anlass für eine andere Beurteilung seitens des Unternehmens.