Mergers & Acquisitions schaffen Wachstum in unsicheren Zeiten
Text: pd/stz.
Die Unternehmenswelt befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Wirtschaftliche Unsicherheit, geopolitische Spannungen und rasante technologische Entwicklungen erschweren langfristige Prognosen. Planungsunsicherheit wird damit zunehmend zum neuen Standard. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, ihre Strategien laufend zu überprüfen und anzupassen, um auch langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.
Gerade in diesem Umfeld gewinnen Mergers & Acquisitions, kurz M&A, an Bedeutung. Durch Übernahmen, Fusionen oder strategische Beteiligungen können Unternehmen neue Märkte erschliessen, ihr Wachstum sichern und ihre Marktposition nachhaltig stärken. Das 10. St.Galler Forum für Finanzmanagement und Controlling widmet sich deshalb den Chancen, Herausforderungen und entscheidenden Erfolgsfaktoren von Unternehmenstransaktionen und strategischen Kooperationen.
Marco Gehrig, Professor für Finanzmanagement an der OST, betont die Bedeutung einer kontinuierlichen strategischen Weiterentwicklung: «In einer wachsenden Wirtschaft muss eine Unternehmung, die konkurrenzfähig und damit langfristig lebensfähig bleiben will, ihre Aktivitäten stetig weiterentwickeln. Sie ist darauf angewiesen, am Wachstum der für sie relevanten Märkte teilzunehmen.»
Vom vertraulichen Gespräch zur Transaktion
Der M&A-Prozess beschreibt den strukturierten Ablauf beim Kauf, Verkauf oder Zusammenschluss von Unternehmen. Er umfasst mehrere Phasen: von der strategischen Vorbereitung über die Suche nach geeigneten Partnern bis zur sorgfältigen Prüfung, zur Vertragsverhandlung und zur anschliessenden Integration.
Zu Beginn werden Unternehmen analysiert, bewertet und auf mögliche Transaktionen vorbereitet. Danach folgt die Identifikation potenzieller Käufer oder Partner. Erste vertrauliche Gespräche münden häufig in einer Absichtserklärung, dem sogenannten Letter of Intent.
Ein zentraler Schritt ist die Due-Diligence-Prüfung. Dabei analysieren potenzielle Käufer das Unternehmen umfassend, unter anderem in finanzieller, rechtlicher und strategischer Hinsicht. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse bilden die Grundlage für die anschliessenden Verhandlungen über den Kaufpreis und die Vertragsbedingungen.
Nach der Unterzeichnung des Kaufvertrags, dem sogenannten Signing, folgt der Vollzug der Transaktion, das Closing. Dabei geht das Unternehmen rechtlich und wirtschaftlich auf den Käufer über. Eine anschliessende Integrationsphase soll sicherstellen, dass die Strukturen, Prozesse und Strategien der beteiligten Unternehmen erfolgreich zusammengeführt werden. Gerade diese Phase entscheidet häufig darüber, ob eine Transaktion ihre strategischen und wirtschaftlichen Ziele tatsächlich erreicht.
M&A umfasst mehr als Käufe und Fusionen
Wie breit der Begriff Mergers & Acquisitions gefasst werden kann, erläutert Gehrig: «Aus dem US-Investmentbanking stammt für besondere Formen von Unternehmensverbindungen, also Zusammenschlüsse durch Kauf oder Fusion, die Sammelbezeichnung Mergers & Acquisitions. Diese umfasst in der weiteren Fassung auch strategische Allianzen und vertragliche Kooperationen.»
Damit reicht das Spektrum von der vollständigen Unternehmensübernahme über Fusionen und Beteiligungen bis zu vertraglich geregelten Formen der Zusammenarbeit. Welche Lösung sich eignet, hängt von der Ausgangslage, den strategischen Zielen und den verfügbaren Ressourcen eines Unternehmens ab.
Das St.Galler Forum für Finanzmanagement und Controlling bietet eine Plattform, um aktuelle Entwicklungen im Bereich M&A zu diskutieren, Erfahrungen auszutauschen und praxisnahe Einblicke von Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft zu erhalten. Die zehnte Durchführung greift damit ein Thema auf, das für viele Unternehmen in einem zunehmend unsicheren wirtschaftlichen Umfeld an strategischer Bedeutung gewinnt.
Das Forum findet am Freitag, 14. August 2026, von 12 bis 17 Uhr am OST-Standort St.Gallen statt. Weitere Informationen sind unter www.ost.ch/forum-finanzen-controlling erhältlich.