HSG: Strafklage  wegen Amtsgeheimnisverletzung
25.02.2019

HSG: Strafklage wegen Amtsgeheimnisverletzung

Die HSG kommt nicht zur Ruhe: Ein Revisionsbericht enthüllt das Ausmass der Spesenexzesse an der St.Galler Universität. Öffentlich hätten die Details aber nicht sein sollen. Jetzt hat der Kanton Strafanzeige eingereicht.

Mit der Veröffentlichung von Einzelheiten aus einem amtlichen Prüfbericht über Spesenbezüge an der HSG im «St.Galler Tagblatt» («Entschädigungen für Barbesuche, First-Class-Flüge, Geschäftsessen ohne Belege: So frivol gehen HSG-Professoren mit Spesen um») soll das Amtsgeheimnis verletzt worden sein, berichtet die «Handelszeitung». Die kantonale Finanzkontrolle erhebt deshalb Strafklage gegen unbekannt.

Die Strafklage sei am Montag bei der St.Galler Staatsanwaltschaft eingereicht worden, so die «Handelszeitung».. Die Klage beziehe sich auf die illegale Weitergabe eines Revisionsberichts der Finanzkontrolle. Überprüft wurden Spesenbezüge an den HSG-Instituten im Jahr 2017.

Das «Tagblatt» hatte am 16. Februar Einzelheiten aus dem Bericht publiziert. So sollen Professoren und Mitarbeiter von mehreren Instituten fragwürdige Bezüge von Spesen getätigt haben. Die Spesenaffäre hatte die Universität schon zuvor in die öffentliche Kritik gebracht. Das Thema kam vergangene Woche auch im Kantonsrat zur Sprache.

Der Revisionsbericht sei laut Staatsverwaltungsgesetz nicht öffentlich, die Weitergabe somit verboten, schreibt der Kanton gemäss «Handelszeitung». Mit der Strafklage wolle die Finanzkontrolle «die Vertraulichkeit von Revisionsberichten unterstreichen, damit sie auch in Zukunft ihre Aufsichtspflicht wirksam wahrnehmen kann».