Fust, Neumüller und Holitscher erklären, wie AI wirtschaftliche Wirkung entfaltet
Text: pd/stz.
Welche Voraussetzungen braucht es, damit aus AI-Experimenten eine Veränderung entsteht, die das gesamte Unternehmen voranbringt? Dieser Frage widmete sich die Gesprächsrunde am Sommerfest «Summerdays & AI Waves» der Online Group. Die Diskussion wurde am 27. August in Wil vor Publikum aufgezeichnet und ist nun als sechste Podcastfolge verfügbar.
Dass zwischen Interesse und Umsetzung eine Lücke besteht, zeigen Auswertungen des AI Readiness Checks von Online bei über 500 Unternehmen: 98 Prozent halten AI für geschäftlich wichtig. Gleichzeitig beurteilen 84 Prozent den Ausbildungsstand ihrer Mitarbeiter als ungenügend. Bei 81 Prozent fehlt eine priorisierte Übersicht jener Prozesse, bei denen AI einen Nutzen bringen könnte. Die Zahlen sind eine Bestandsaufnahme aus dem Kunden- und Unternehmensumfeld von Online, keine repräsentative Erhebung für die gesamte Schweizer Wirtschaft.
Drei Perspektiven auf den Wandel
Mit seinen Gästen verbindet Zürrer wissenschaftliche Expertise und unternehmerische Praxis. Alexander Fust ist ständiger Dozent an der Universität St.Gallen und Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung des KMU-HSG. Zu seinen Schwerpunkten zählen Digitalisierung, Innovation und unternehmerisches Lernen.
Karl Neumüller lehrt Strategisches Management am Institut für Strategie und Marketing der OST. Er beschäftigt sich mit Innovationsmanagement, neuen Geschäftsmodellen sowie dem Transfer von Wissen und Technologien in Unternehmen. Dabei bringt er langjährige Industrieerfahrung ein.
Marc Holitscher verantwortet als National Technology Officer die Technologievision und -strategie von Microsoft Schweiz. Er befasst sich damit, wie technologische Entwicklungen für Unternehmen, Kunden und Partner wirtschaftlich nutzbar werden.
Der Geschäftsprozess bestimmt den Einstieg
Die Gesprächsrunde empfiehlt, AI-Vorhaben an konkreten betrieblichen Engpässen auszurichten. Erst wenn das Problem verstanden ist, lässt sich beurteilen, welche Technologie zur Lösung beiträgt. Unverbundene Einzelversuche erschweren dagegen eine gemeinsame Weiterentwicklung.
Gerade KMU müssen dabei nicht auf perfekte Voraussetzungen warten. Ein begrenztes Vorhaben kann helfen, Erfahrungen aufzubauen und daraus schrittweise eine übergreifende Struktur zu entwickeln. Entscheidend sind ein klarer Fokus und überprüfbare Ziele.
Führung und Geduld gehören dazu
AI ist aus Sicht der Experten eine Aufgabe der Unternehmensführung. Die Geschäftsleitung muss Prioritäten setzen und neben der Technik auch Kompetenzen, Zuständigkeiten und Arbeitsweisen weiterentwickeln.
Holitscher beschreibt den wirtschaftlichen Verlauf mit einer J-Kurve: Anfangs können Investitionen den Ertrag übersteigen. Der grössere Nutzen folgt, wenn sich Prozesse verändern und Anwendungen breiter eingesetzt werden. Fortschritte lassen sich deshalb auch an Zeitgewinnen, Ergebnisqualität oder Kundenbindung erkennen, bevor sie im Betriebsergebnis sichtbar werden.
Agents verändern die Organisation
Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs ist die künftige Zusammenarbeit zwischen Menschen und AI Agents. Dabei geht es um mehr als die Automatisierung einzelner Arbeitsschritte: Zur Diskussion stehen Auswirkungen auf Geschäftsmodelle, die Organisation und die Fähigkeiten, die Unternehmen künftig benötigen. Auch der Berufseinstieg junger Menschen gehört zu diesen Fragen.
Mit zunehmender Selbstständigkeit der Systeme gewinnt menschliches Urteilsvermögen an Gewicht. Ziele formulieren, Resultate prüfen und Verantwortung übernehmen bleiben zentrale Aufgaben. Für den Einstieg empfiehlt die Runde, einen Engpass auszuwählen, Verantwortung zuzuweisen und den Fortschritt messbar zu machen.
Die sechste Folge von «shift – Das Signal im Rauschen» ist auf Spotify und YouTube verfügbar. Weitere Informationen bietet die Podcastseite von Online.
Online Consulting begleitet Unternehmen seit über 30 Jahren bei der digitalen Transformation. Das Unternehmen entwickelt Cloud- und AI-Lösungen, optimiert Geschäftsprozesse und unterstützt seine Kunden bei der Einführung moderner Arbeitsmodelle. Online Consulting ist zertifizierter Microsoft-Partner und nach ISO 27001 zertifiziert.
