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Maushake zeigt, wie Belimo AI auf Touren bringt

Maushake zeigt, wie Belimo AI auf Touren bringt
Balz Zürrer und Sven Maushake
Lesezeit: 3 Minuten

Mehr als 700 Mitarbeiter nutzen bereits Microsoft Copilot. Jetzt will Belimo künstliche Intelligenz tiefer in seine Geschäftsprozesse einbauen. In der siebten Folge von «shift – Das Signal im Rauschen» spricht CIO Sven Maushake mit Balz Zürrer, Group CEO der Online Group, über intelligente Agenten, wachsende Ansprüche an die IT und die Grundlagen für den nächsten AI-Schritt.

Text: pd/stz.

Ausprobiert, getestet, Erfahrungen gesammelt: Bei Belimo beginnt die nächste Phase der AI-Nutzung. Das Schweizer Technologieunternehmen will künstliche Intelligenz systematisch in seine Abläufe integrieren. Im Gespräch mit Balz Zürrer erläutert Sven Maushake, wie dieser Übergang gelingen soll und welche Aufgaben dabei auf Führungskräfte und Mitarbeiter zukommen.

Maushake verbindet technisches Interesse mit betriebswirtschaftlichem Wissen. Das Programmieren brachte er sich selbst bei, Wirtschaft studierte er an der Universität St.Gallen. Nach internationalen Führungsaufgaben, unter anderem bei DKSH und als Group CIO von Orior, übernahm er 2020 die IT-Leitung bei Belimo. Sein Blick auf neue Technologien ist entsprechend unternehmerisch: Entscheidend ist, welchen Nutzen sie im Betrieb entfalten.

Der AI-Boom bringt Geschäft und Tempo

Belimo entwickelt und produziert Antriebe, Ventile und Sensoren für Heizungs-, Lüftungs- und Klimasysteme. Mit dem weltweiten Ausbau von Rechenzentren wächst auch der Bedarf an leistungsfähiger Kühlung. Produkte des Unternehmens helfen, die dafür nötigen Kühlkreisläufe zu regeln.

Damit eröffnet AI Belimo zusätzliche Geschäftsmöglichkeiten. Gleichzeitig steigt das Tempo: Im Rechenzentrumsmarkt verändern sich Anforderungen wesentlich schneller als in der klassischen Gebäudetechnik. Entwicklung, Lieferfähigkeit und interne Prozesse müssen damit Schritt halten.

Auch die IT erhält dadurch eine aktivere Rolle. Sie soll gemeinsam mit den Fachbereichen Verbesserungen vorantreiben und weiteres Wachstum ermöglichen. Die Verantwortung für die Geschäftsprozesse bleibt dabei in den jeweiligen Bereichen.

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Sven Maushake
Sven Maushake

Drei Ebenen für den nächsten Schritt

Für den breiteren AI-Einsatz setzt Belimo auf drei miteinander verbundene Ebenen. Den Anfang machen Werkzeuge für den persönlichen Arbeitsalltag. Nach Maushakes Angaben nutzen bereits mehr als 700 Mitarbeiter Microsoft Copilot. Der Zugang erfolgt freiwillig und wird durch Schulungen, interne Communities und Wissensaustausch begleitet.

Auf der zweiten Ebene stehen unternehmensspezifische AI Agents sowie eine gemeinsame Daten- und Integrationsplattform. Sie sollen Informationen aus unterschiedlichen Anwendungen zusammenführen und komplexere Aufgaben automatisieren.

Die dritte Ebene bilden bestehende Geschäftsanwendungen wie ERP- und CRM-Systeme, deren Hersteller ebenfalls AI-Funktionen integrieren. Besonders interessant wird für Maushake das Zusammenspiel: Können Agenten beispielsweise Informationen aus SAP und dem Kundenmanagement verbinden, lassen sich zusammenhängende Abläufe verbessern.

Balz Zürrer
Balz Zürrer

Agenten sollen den Vertrieb entlasten

Konkrete Möglichkeiten sieht Maushake bei Kundenanfragen, Offerten und dem Abgleich technischer Anforderungen aus Ausschreibungen. Belimo arbeitet bereits an Pilotanwendungen, die bei der Beantwortung von Ausschreibungen unterstützen. Auch die Auftragserfassung bietet wegen ihres hohen manuellen Aufwands Potenzial.

Wenn Agenten künftig einzelne Arbeitsschritte übernehmen und miteinander verknüpfen, verändern sich auch die Aufgaben der Mitarbeiter. Damit gehören Weiterbildung, die Weiterentwicklung von Rollen und die Begleitung der Veränderung unmittelbar zur technischen Umsetzung.

Gute Daten werden zur Schlüsselfrage

Eine wichtige Grundlage bringt Belimo mit seiner vergleichsweise einheitlichen Systemlandschaft bereits mit. Weiteren Handlungsbedarf sieht Maushake bei den Prozessen: Durch das internationale Wachstum haben sich unterschiedliche lokale Abläufe entwickelt. Diese stärker anzugleichen und zugleich die Kundennähe zu erhalten, gehört zu den zentralen Herausforderungen.

Hinzu kommen verlässliche Daten, klare Zuständigkeiten und geeignete technische Strukturen. Rückblickend würde Maushake noch früher und stärker in diese Grundlagen investieren.

AI verankert Belimo deshalb in den Strategien der einzelnen Funktionen, etwa der IT, der Lieferkette und der Innovation. Führungskräfte müssen verstehen, welche Aufgaben die Technologie übernehmen kann und wo ihre Grenzen liegen. Aus diesem Verständnis sollen konkrete Prioritäten entstehen, an denen sich Investitionen und Umsetzung orientieren.

Die siebte Folge von «shift – Das Signal im Rauschen» ist auf YouTube und im Spotify-Kanal des Podcasts verfügbar. Weitere Informationen bietet der Blogbeitrag von Online.

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