Thurgau

EKT Energiestiftung gibt Thurgauer Energieideen Schub

EKT Energiestiftung gibt Thurgauer Energieideen Schub
Gesucht sind Modell- und Pilotprojekte, die mehrere Bereiche miteinander verbinden
Lesezeit: 3 Minuten

Die EKT Energiestiftung will neue Versorgungsmodelle im Thurgau voranbringen: Mit der Initiative «Modellprojekt Energiezukunft Thurgau» übernimmt sie bei ausgewählten Vorhaben bis zu 50 Prozent der innovativen Umsetzungskosten. Gesucht sind Projekte lokaler Energieversorger, die Stromproduktion, Speicherung, Verbrauch und Zusammenarbeit neu verbinden. Projektideen können bis zum 15. Dezember 2026 eingereicht werden.

Text: stz.

Mehr dezentrale Stromproduktion, mehr Elektromobilität, mehr elektrische Wärmeerzeugung: Die Energieversorgung verändert sich grundlegend. Für die lokalen Energieversorgungsunternehmen (EVU) wächst damit die Aufgabe, Erzeugung, Verbrauch und Speicherung aufeinander abzustimmen. Neue regulatorische Rahmenbedingungen erhöhen die Anforderungen zusätzlich. Gefragt sind neben dem Netzausbau intelligente Speicherlösungen, digitale Steuerung, ein flexibler Umgang mit Angebot und Nachfrage sowie neue Formen der Zusammenarbeit.

Hier setzt die EKT Energiestiftung mit der Initiative «Modellprojekt Energiezukunft Thurgau» an. Gemeinsam mit dem Verband Thurgauischer Elektrizitätsversorgungen (VTE), dem Verband Thurgauer Gemeinden (VTG) und der EKT AG unterstützt sie lokale Energieversorger dabei, innovative Ansätze in die Praxis zu bringen. Die Förderung soll eine sichere, wirtschaftliche und nachhaltige Energieversorgung stärken und Erfahrungen schaffen, von denen weitere Unternehmen und Gemeinden profitieren können.

Vernetzte Lösungen statt einzelner Massnahmen

Gesucht sind Modell- und Pilotprojekte, die mehrere Bereiche miteinander verbinden: Stromerzeugung, Speicherung und Flexibilität, die Verknüpfung von Strom, Wärme und Mobilität, Digitalisierung und Steuerung sowie lokale Umsetzung und gemeinschaftliche Zusammenarbeit.

Ein möglicher Ansatz ist die Weiterentwicklung bestehender dezentraler Erzeugungsanlagen zu einer lokalen Energiegemeinschaft mit neuen Organisations- und Versorgungsmodellen. Die Ausschreibung richtet sich an Energieversorger und Verteilnetzbetreiber aller Grössen im Kanton Thurgau. Sie können Projekte gemeinsam mit Gemeinden, Energiegemeinschaften, Energiegenossenschaften, Arealentwicklern, Unternehmen oder weiteren lokalen Partnern einreichen. Die Projektverantwortung liegt beim lokalen EVU.

Die Stiftung übernimmt bei ausgewählten Vorhaben maximal die Hälfte der innovativen Umsetzungskosten. Sie stellt die Finanzierung sicher, koordiniert die Ausschreibung und sorgt für die fachliche Begleitung. Die weiteren Trägerorganisationen bringen ihre Praxiserfahrung sowie die Perspektiven der Gemeinden und der Energieversorgung ein.

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Freiraum für Innovation im Tagesgeschäft

Für Markus Bürgi, Vizepräsident des Verbands Thurgauer Gemeinden, schafft die Initiative Raum für Entwicklungen, die im Betriebsalltag anspruchsvoll sind: «Modellprojekt Energiezukunft Thurgau unterstützt Thurgauer Gemeinden und EVU dabei, trotz dem herausfordernden Tagesgeschäft innovative Ansätze umzusetzen. Dies trägt zur Versorgungssicherheit bei und kommt auch der Bevölkerung zugute.»

Erich Brunner, Präsident des Verbands Thurgauischer Elektrizitätsversorgungen, betont den Nutzen für die gesamte Branche: «Die Anforderungen an die EVU im Kanton Thurgau verändern sich mit dem Zubau der erneuerbaren Energien und der Dezentralisierung der Stromproduktion rasant. Das Modellprojekt Energiezukunft Thurgau bietet unseren EW die Möglichkeit, sich mit diesen Veränderungen auseinanderzusetzen, konkrete Projekte zu entwickeln und dabei Erfahrungen zu sammeln, von denen die gesamte Branche profitieren kann.»

Auch die EKT AG sieht in der Initiative eine Chance, neue Technologien und Geschäftsmodelle praktisch zu erproben. Geschäftsleitungsmitglied Adrian Bachmann sagt: «Die EKT AG unterstützt die Initiative ‹Modellprojekt Energiezukunft Thurgau›, denn so können Energieversorgungsunternehmen neue Technologien und Geschäftsmodelle testen, wertvolle Erfahrungen sammeln und dieses Wissen mit der Branche teilen. Davon profitiert der gesamte Kanton Thurgau.»

Von der Projektidee zum Förderentscheid

Die Auswahl erfolgt in zwei Schritten. Zunächst reichen interessierte EVU eine kurze Beschreibung ihrer Projektidee ein. Bewertet werden insbesondere der Innovationsgrad, der Bezug zum Kanton Thurgau, die Übertragbarkeit der Erkenntnisse auf andere Energieversorger, Gemeinden oder Anwendungsbereiche sowie die positive Wirkung auf die Energieversorgung.

Die vielversprechendsten Projektteams werden anschliessend eingeladen, einen vollständigen Förderantrag auszuarbeiten. Ein Beirat mit Vertretern der Trägerorganisationen beurteilt die Vorhaben und gibt Empfehlungen an den Stiftungsrat ab. Dieser entscheidet Ende März 2027 über die Unterstützung.

Die geförderten Modellprojekte sollen weitere Energieversorger zu ähnlichen Vorhaben motivieren und die Widerstandsfähigkeit der Thurgauer Energieversorgung insgesamt stärken. Eingabeschluss für Projektideen ist der 15. Dezember 2026.

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