Drei Ostschweizer Unternehmen für «Green Business Award» nominiert
Text: stz.
Nachhaltigkeit ist längst mehr als ein ökologisches Bekenntnis. Sie wird zunehmend zu einem wirtschaftlichen Faktor, zu einem Innovationstreiber und zu einem Wettbewerbsvorteil. Genau diesen Ansatz würdigt der Green Business Award, der 2026 zum achten Mal verliehen wird. Für die aktuelle Ausgabe sind 30 Unternehmen aus der ganzen Schweiz nominiert, darunter drei aus dem Kanton St.Gallen.
Die St.Galler Nominierten stehen exemplarisch für die Breite nachhaltiger Geschäftsmodelle. Die Hilding Anders Switzerland AG aus Schänis ist in der Kategorie KMU mit «happy second life» nominiert, einem Konzept zur Wiederaufbereitung von Matratzenrückläufern. Ebenfalls in der Kategorie KMU tritt die Textilcolor AG aus Sevelen mit «LAVAN ESA» an, einer Lösung für ressourceneffiziente Textilprozesse. In der Kategorie Scale-up ist Meteomatics aus St.Gallen mit «Euro1k» nominiert, einem europäischen Wettermodell für präzise Vorhersagen.
Erstmals werden KMU und Scale-ups getrennt ausgezeichnet. In der Kategorie KMU stehen Unternehmen im Fokus, die ihr bestehendes Geschäftsmodell konsequent in Richtung Klimaschutz transformiert haben. Die Kategorie Scale-up prämiert junge Unternehmen, die mit neuen Technologien Nachhaltigkeit von Grund auf als Geschäftsmodell denken. «Wenn die Wirtschaft wirklich Teil der Lösung sein soll, brauchen wir beide: die disruptiven Technologien der Scale-ups und die Breite etablierter Unternehmen, die ihr Geschäftsmodell transformieren», sagt Cédric Habermacher, Direktor von Green Business Switzerland.
St.Galler Unternehmen zeigen konkrete Lösungen
Mit der Nomination von Hilding Anders Switzerland AG, Textilcolor AG und Meteomatics ist der Kanton St.Gallen beim diesjährigen Green Business Award stark vertreten. Die drei Unternehmen kommen aus unterschiedlichen Branchen und zeigen damit, dass Nachhaltigkeit nicht auf einzelne Sektoren beschränkt ist.
Hilding Anders Switzerland AG aus Schänis setzt mit «happy second life» auf die Wiederaufbereitung von Matratzenrückläufern. Das Unternehmen greift damit ein Thema auf, das in vielen Branchen zunehmend an Bedeutung gewinnt: Produkte sollen nicht möglichst rasch ersetzt, sondern länger genutzt, erneuert und wieder in den Kreislauf zurückgeführt werden. Gerade im Möbel- und Matratzenbereich liegt darin ein erhebliches Potenzial, Ressourcen zu schonen und Abfälle zu reduzieren.
Die Textilcolor AG aus Sevelen ist mit «LAVAN ESA» nominiert. Die Lösung zielt auf ressourceneffiziente Textilprozesse ab. Laut Green Business Switzerland steigert das neue Nachseifmittel die Produktionskapazität und senkt gleichzeitig den CO₂-Ausstoss um 56 Prozent. Damit verbindet das Unternehmen ökologische Wirkung mit industrieller Effizienz – ein Ansatz, der gerade für die exportorientierte Ostschweizer Industrie von grosser Bedeutung ist.
Meteomatics aus St.Gallen ist in der Kategorie Scale-up nominiert. Das Unternehmen hat sich mit hochpräzisen Wetterdaten und innovativen Prognosemodellen international einen Namen gemacht. Mit «Euro1k» bringt Meteomatics ein europäisches Wettermodell ein, das präzise Vorhersagen ermöglichen soll. Genaue Wetterdaten sind für Energieversorger, Landwirtschaft, Verkehr, Industrie und Versicherungen zentral. Sie helfen, Risiken besser einzuschätzen, Ressourcen effizienter einzusetzen und klimabedingte Herausforderungen wirtschaftlich abzufedern.
Kategorie KMU
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Bathco AG, Zürich ZH
Circular-Economy Partner: Kreislauflösungen für die Aluminiumproduktion -
Belimo Holding AG, Hinwil ZH
RetroFIT+: datenbasierte Optimierung von Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen -
Girsberger AG, Thunstetten BE
Girsberger Remanufacturing: Wiederaufbereitung von Möbeln -
Hilding Anders Switzerland AG, Schänis SG
«happy second life»: Wiederaufbereitung von Matratzenrückläufern -
Hotel Schweizerhof Zürich, Zürich ZH
Nachhaltigkeitsstrategie: Ressourceneffizienz im Hotelbetrieb -
Infomaniak Network SA, Les Acacias GE
D4: energieeffizientes Rechenzentrum mit Wärmenutzung -
Jura Materials, Aarau AG
Calterra: CO₂-arme Zementlinie aus lokalem Ton -
Liveo Research AG, Basel BS
Recycelbare und CO₂-arme Blisterverpackungen -
Lonza AG, Basel BS
Rezyklierung von Lösemitteln in der Produktion -
Rigi Bahnen AG, Arth SZ
Nachhaltiges integriertes Bergbahn- und Tourismusmodell -
SGS SA, Baar ZG
«Value to Society» und «Impact Now»: messbare Nachhaltigkeit für Unternehmen -
Swisscom Schweiz AG, Worblaufen BE
Data Driven Sustainability: datenbasiertes CO₂- und ESG-Management für Unternehmen -
Textilcolor AG, Sevelen SG
LAVAN ESA: ressourceneffiziente Textilprozesse -
UCB Farchim SA, Bulle FR
Dekarbonisierte Pharma-Produktion als Geschäftsmodell -
Vögeli AG Marketingproduktion & Druck, Langnau im Emmental BE
Cradle to Cradle Certified: Druck- und Verpackungslösungen
Kategorie Scale-up
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AgroSustain SA, Renens VD
Afondo: essbare Beschichtung für frische Produkte -
Evolium Technologies SA, Sion VS
Modulare Second-Life-Batteriespeicher für Haushalte, Mehrfamilienhäuser und KMU -
ExerGo, Yverdon-les-Bains VD
CO₂-basierte Wärmenetze für Heizen und Kühlen -
GRZ Technologies SA, Avenches VD
UPSOM: Methanisierungsreaktor für Power-to-Gas -
Hydroliq AG, Luzern LU
Desinfektionslösungen auf Basis von HOCl -
Klark AG, Landquart GR
Beton mit dauerhafter CO₂-Speicherung -
Meteomatics, St.Gallen SG
Euro1k: europäisches Wettermodell für präzise Vorhersagen -
Nikin AG, Aarau AG
Zirkuläre Mode mit Rücknahmesystem -
Novamem AG, Schlieren ZH
Mythen Membrane für effizienteren grünen Wasserstoff -
OceanSafe, Bern BE
naNea: biologisch abbaubare und recycelbare Hochleistungsmaterialien -
Panatere SA, Saignelégier JU
Edelstahl und Speziallegierungen aus Industrieschrott und Solarenergie -
Resonanz AG, Zürich ZH
Plattform zur Messung von Investment Stewardship -
SensorX Solutions AG, Sarnen OW
FluX Multi: multimodale Methanüberwachung -
upVolt GmbH, Basel BS
Second-Life-Batterien als Heimspeicherlösung -
Yeastup AG, Brugg AG
Inhaltsstoffe aus Nebenströmen der Bierproduktion
Der Green Business Award zeichnet seit 2019 jährlich Schweizer Unternehmen aus, die ökologischen Impact mit ökonomischem Erfolg verbinden. In der ersten Phase des Auswahlprozesses nominieren rund 40 nationale Scouts aus Wirtschaft und Wissenschaft die besten Lösungen ihrer Branche für den Award. Daraus wählt eine interdisziplinär zusammengesetzte Vorjury die drei Finalisten je Kategorie aus. Diese präsentieren sich mit einem Pitch vor der Hauptjury unter dem Vorsitz von Alt-Bundesrätin Doris Leuthard, die den Gewinner je Kategorie kürt.