Die Arbeitskultur als Fundament einer guten New Work
08.10.2019

Die Arbeitskultur als Fundament einer guten New Work

Der New-Work-Gedanke soll ein freies, selbstbestimmtes und sinnvolles Arbeiten mit sich bringen. Stattdessen sind die Effizienz und Regelwerke vorherrschend. Unternehmen sollen eruieren, welche Arbeits- und Organisationskultur geeignet ist, um den Herausforderungen der New Work zu begegnen. Am 8. Januar 2020 findet das 3. St.Galler New Work Forum zum Thema «Neue Arbeitswelt – New Work Culture?» statt.

Die letzte Studie des HR-Panels New Work der Fachhochschule St.Gallen zeigt, dass die digitale Transformation insbesondere eine Organisationskultur der Effizienz sowie der Technik und Regeln mit sich bringt. Nur 12 % der insgesamt 1500 Studienteilnehmenden gaben an, dass sie die Organisationskultur im Rahmen der digitalen Transformation menschenorientiert wahrnehmen.

Auch hat sich in der Studie gezeigt, dass Mitarbeitende vermehrt einen Leistungs- und Effizienzdruck bei der Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit verspüren und besorgt sind über das vermehrte Verschwinden der Grenze zwischen Arbeit und Beruf.

Dieses Ergebnis ist mehr als ernüchternd, wenn man bedenkt, dass der New-Work-Gedanke ein freies, selbstbestimmtes und sinnvolles Arbeiten mit sich bringen soll. Wie soll eine New Work gestaltet werden, wenn Effizienz und Regelwerke vorherrschen?

Strukturen und Strategien des 21. Jahrhunderts implementieren
Es zeigt sich immer wieder, dass Struktur und Regeln, zum Beispiel in der Kommunikation, benötigt werden. Auch Lernorte und Zeit werden für Mitarbeitende immer wichtiger, um das schnell zur Verfügung stehende Wissen auch zu teilen.

Es geht also darum, einen erfolgreichen Übergang von alten Arbeitsvorstellungen und -modellen in die New Work des 21. Jahrhunderts zu gestalten, welche sowohl geeignete Strukturen und Strategien implementiert, als auch moderne und entwicklungsorientierte Arbeitskulturen schafft. Einige Ansatzpunkte finden wir in agilen Organisationsmodellen und in der Gestaltung einer Digital Leadership.

Eruieren welche Ansätze für das eigene Unternehmen geeignet sind
Dennoch sollten Unternehmen gut eruieren, welche Arbeits- und Organisationskulturansätze für sie als Unternehmung vor dem Hintergrund ihrer Ziele und Wertvorstellungen geeignet sind, um den Herausforderungen der New Work zu begegnen. Dies erfordert, das Denken und Handeln von Mitarbeitenden sowie Vorgesetzten auf die Zukunft auszurichten und gleichzeitig das Risiko eines Age- oder Digital-Divides zu reduzieren. Es braucht ein Umdenken. Mit Arbeitskulturen des 20. Jahrhunderts werden wir die Herausforderungen der New Work nicht meistern.

Folgende Ansatzpunkte sollten daher unbedingt Beachtung in Unternehmen finden:
- Es sollten Strukturen und Regeln innerhalb der Unternehmung geschaffen werden, die das Miteinander, das Abgrenzen von Arbeit und Freizeit regeln.
- Zeit ist das zentrale Element für Mitarbeitende, wenn es um Lernen, Identifikation und Integrität geht. Es braucht daher Möglichkeiten, um neue Prozesse, Tools, aber auch neues Wissen zu erlernen und auszutauschen.
- Weniger Bürokratie, neue Regeln und Denkmuster müssen erlernt werden und von den Vorgesetzten vorgelebt werden, wie die Ergebnisse der letzten Studien des HR-Panels New Work aufgezeigt haben.

Text: Prof. Dr. Alexandra Cloots, FHS St.Gallen

Forum und Umfrage
Am 8. Januar 2020 findet das 3. St.Galler New Work Forum zum Thema «Neue Arbeitswelt – New Work Culture?» statt.

Im Vorfeld findet eine grossangelegte Umfrage bei Führungskräften und Mitarbeitenden zur Unternehmenskultur statt. Informationen zum Forum und zur Umfrage: www.newworkforum.ch