Curaplast investiert Millionen in Flawil
Text: stz.
Eine neue Produktionslinie, eine Spritzgiessmaschine und eine Heissprägelinie ermöglichen den Kapazitätsausbau um gut 40 Prozent. Hinzu kommt eine bestehende Fertigungskapazität für jährlich 85 Millionen Interdentalbürsten zur Reinigung der Zahnzwischenräume. Die Produktion läuft hochautomatisiert im Drei-Schicht-Betrieb.
Seit Anfang 2026 führt René Tönz die Geschäfte von Curaplast. Am Standort arbeiten aktuell 32 Mitarbeiter, für 2027 sind 34 vorgesehen. Genutzt werden rund 5000 Quadratmeter Produktionsfläche. Das gesamte Flächenpotenzial beträgt rund 7000 Quadratmeter und bietet damit Raum für weiteres Wachstum.
Die Anlagen werden gemeinsam mit spezialisierten Herstellern entwickelt und auf die Anforderungen von Curaplast abgestimmt. Der Grossteil der Lieferanten stammt aus der Schweiz und Süddeutschland. Die Produktentwicklung erfolgt in Zusammenarbeit mit der Muttergesellschaft Curaden in Kriens.
An deren Spitze steht Christine Breitschmid, die das Familienunternehmen in dritter Generation führt. Für sie ist die Schweizer Produktion eine bewusste unternehmerische Entscheidung: «Mein Vater war überzeugt, dass Schweizer Qualität, Design und Engineering auch international einen Wettbewerbsvorteil schaffen.»
Die Zahnbürsten der Marke Curaprox entstehen vollständig in der Ostschweiz: Je etwa die Hälfte fertigen Curaplast und die Toggenburger Bürstenfabrik Ebnat. Mit dem Aufbau einer eigenen Produktion in Degersheim verringerte Curaden die Abhängigkeit von einem einzelnen Lieferanten und gewann mehr Kontrolle über Entwicklung, Qualität und Fertigungstechnologie. 2021 zog der Betrieb nach Flawil.
Heute ist Curaprox in über 90 Ländern vertreten. Drei Viertel des Zahnbürstenabsatzes entfallen auf Europa. Zu den wichtigsten Märkten gehören Tschechien, die Slowakei, Brasilien und Deutschland. In der Schweiz hat Curaden den Umsatz innerhalb von zehn Jahren verdoppelt. Die Gruppe beschäftigt hierzulande 350 Mitarbeiter, weltweit sind es insgesamt 1000.
Parallel zum Kapazitätsausbau arbeitet Curaplast an der Energie- und Ressourceneffizienz. Die Industriehalle wurde modernisiert, die Beleuchtung auf LED umgestellt. Produktionsreste werden teilweise mit regionalen Partnern wiederverwertet. Geplant sind Photovoltaikanlagen auf dem Dach sowie eine Optimierung der Druckluftversorgung. Letztere soll den Energiebedarf in diesem Bereich um rund 15 Prozent senken.
Breitschmid verbindet das industrielle Wachstum mit einem weiteren Ziel: Menschen sollen ihre Mundgesundheit besser verstehen und pflegen. Curaden investiert deshalb auch in Wissensvermittlung, Forschung und Ausbildung. Mit dem Schulungsprogramm iTOP wurden bereits mehr als 120'000 Fachleute in individueller Mundpflege ausgebildet.