23.01.2018

Blinden sagen nein zu No Billag

Der Schweiz. Zentralverein für das Blindenwesen mit Sitz in St.Gallen und die Mehrheit seiner 66 Mitgliedorganisationen lehnen die Volksinitiative „No Billag“ ab. „No Billag wäre“, so SZBLIND-Geschäftsführer Matthias Bütikofer (Bild), „ein fataler Rückschritt im Bestreben nach erfolgreicher Inklusion und beschneidet das Recht auf Information für fast eine Million sinndesbehinderte Menschen in der Schweiz oder macht diese gar unmöglich“.

Laut einer Studie vom SZBLIND von 2012 leben in der Schweiz ungefähr 325'000 sehbehinderte Menschen. Davon sind schätzungsweise 10'000 blind. Zudem geht man von rund 10'000 vollständig gehörlosen Menschen aus. Bis zu 600'000 Personen sind leicht bis hochgradig schwerhörig und gelten als Menschen mit Hörbehinderung . Total sind das fast eine Million Menschen, also mehr als zehn Prozent der Schweizer Bevölkerung, die auch informiert und unterhalten werden wollen. Die SRG leiste dazu einen wertvollen Beitrag, findet der SZBLIND. Vor allem deshalb, weil immer mehr SRG-Sendungen für die Menschen mit Sinnesbehinderungen durch Untertitelung, Gebärdensprache sowie Audiodescription (verbale Beschreibungen visueller Filmszenen auf einem separaten Audiokanal) den Zugang zu den verschiedenen Programmen ermöglichen und erleichtern.

Der SZBLIND sagt deshalb Nein zu No Billag. „Die Audiodescription sowie die Untertitelung von SRG-Sendungen sind gerade für die Unterhaltung, die Meinungsbildung und die Partizipation für viele sinnesbehinderte Menschen gleichermassen essentiell, wie für Nicht-Behinderte“, so Bütikofer weiter. Zudem haben Menschen mit Behinderung gemäss dem Behindertengleichstellungsgesetz einen völker- und verfassungsrechtlichen Anspruch auf Zugang für Radio und Fernsehen. „Die SRG ist seit Jahren ein guter, fairer und loyaler Partner für die Dachorganisation SZBLIND und wird dies auch in Zukunft bleiben“, betont SZBLIND-Geschäftsführer Bütikofer weiter.