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Neue Weltordnung im Thurgau

Neue Weltordnung im Thurgau
Economiesuisse-Präsident Silvan Wildhaber
Lesezeit: 2 Minuten

Zölle, neue Machtblöcke und geopolitische Konflikte verändern die Spielregeln für Schweizer Unternehmen. Das 30. Wirtschaftsforum Thurgau fragt am 5. November in Weinfelden, wie sich die Schweiz behaupten kann und was Firmen brauchen, um in unsicheren Zeiten handlungsfähig zu bleiben.

Handelskonflikte, Sanktionen und politische Machtverschiebungen wirken direkt auf Lieferketten, Kosten, Absatzmärkte und Investitionen. Für den industriell geprägten und international vernetzten Thurgau ist die neue Weltordnung deshalb keine abstrakte Debatte, sondern eine konkrete Standortfrage.

Unter dem Leitthema «Neue Weltordnung: Was bedeutet das für die Schweiz und den Standort Thurgau?» verbindet die Jubiläumsausgabe des Wirtschaftsforums das globale Lagebild mit konkreten unternehmerischen Antworten.

Vom Weltgeschehen zur Standortstrategie

Den Ausgangspunkt liefert Roland Popp von der Militärakademie an der ETH Zürich. Der Historiker und Sicherheitsexperte beschäftigt sich mit strategischen Fragen, künftigen Formen der Kriegsführung und der amerikanischen Aussenpolitik. In Weinfelden zeigt er, welche geopolitischen Entwicklungen Unternehmen im Auge behalten müssen.

Anschliessend diskutieren Urs Wietlisbach, Mitgründer der Partners Group, und Silvan Wildhaber, CEO des St.Galler Textilunternehmens Filtex, über die Position der Schweiz zwischen Europa und den globalen Machtzentren. Wildhaber wurde im März zum Präsidenten von Economiesuisse gewählt und übernimmt das Amt am 11. September. Als Unternehmer kennt er die Bedeutung verlässlicher Handelsbeziehungen aus eigener Erfahrung.

Ostschweizer Unternehmer bestehen den Praxistest

Wie sich Unsicherheit im Betriebsalltag bewältigen lässt, zeigen Claudio Minder und Karl Müller. Die Co-CEOs der in Roggwil verankerten Kybun-Joya-Gruppe sprechen über «Unternehmertum in unsicheren Zeiten». Ihr Unternehmen beschäftigt weltweit über 200 Mitarbeiter, ist mit rund 1200 Verkaufsstellen in mehr als 40 Ländern präsent und produziert jährlich etwa 400’000 Paar Schuhe.

Minder und Müller verbinden Tradition, Digitalisierung und Innovation. Im Zentrum steht die Frage, wie ein Ostschweizer Unternehmen internationale Chancen nutzen kann, ohne seine Herkunft und langfristige Ausrichtung aus den Augen zu verlieren.

Den Schlusspunkt setzt Lea von Bidder. Die Mitgründerin des Frauengesundheitsunternehmens Ava führt heute die Bewertungsplattform Expeerly. Unter dem Titel «Kein Risiko, kein Fortschritt» spricht die Seriengründerin darüber, weshalb Innovation Mut und die Bereitschaft zum Kurswechsel verlangt.

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Jubiläum bringt eine Moderationspremiere

Eröffnet wird das Forum von Regierungsrat Walter Schönholzer. Erstmals führt SRF-Moderatorin Annette Fetscherin durch das Programm. Beim Stehlunch, in der Pause und beim abschliessenden Apéro riche bleibt zudem Zeit für persönliche Begegnungen und neue Geschäftskontakte.

Mehr als 300 Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft werden zur 30. Ausgabe erwartet. Für Tagungsleiterin Karin Manser zeigt das Jubiläum, wie wichtig der Austausch zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik für den Thurgau ist. Gerade in geopolitisch bewegten Zeiten brauche es diesen Dialog mehr denn je.

Text: Stephan Ziegler

Bild: zVg

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