Was Konzerne können, schaffen KMU gemeinsam
In der Produktion landet zu viel Ausschuss im Container, und niemand weiss genau, warum. Die Anlagen verbrauchen zu viel Strom. Und die erfahrene Mitarbeiterin, die jede Maschinenstörung am Geräusch erkennt, geht in zwei Jahren in Pension. Nicht selten hat ein Startup genau dafür bereits eine Lösung. Doch wer im Tagesgeschäft steckt, hat kaum Zeit, danach zu suchen.
«Allein rechnet es sich kaum. Gemeinsam schon.»
Kunde statt Investor
Grosse Unternehmen nutzen dazu das Venture Client Model. BMW gründete 2015 mit der BMW Startup Garage die erste eigene Einheit dafür, Bosch und Siemens folgten. Das Unternehmen beteiligt sich dabei nicht am Startup, sondern wird dessen Kunde. In einem ersten Pilotprojekt prüft es, ob die Technologie ein reales Problem im eigenen Betrieb löst. Das Risiko bleibt klein, der Nutzen wird früh messbar. Statt alles selbst zu entwickeln, nutzt das Unternehmen Know-how, das bereits vorhanden ist.
Für ein einzelnes KMU ist eine eigene Einheit für Scouting, Bewertung und Pilotbegleitung allerdings ein grosser Aufwand.
Eine Einheit für viele
Hier setzt die Venture Clienting Allianz Ostschweiz an, die der Switzerland Innovation Park Ost aufbaut. Herzstück ist eine geteilte Venture Clienting Unit: Unternehmen aus der Ostschweiz und Liechtenstein teilen sich Methodik, Kosten und Netzwerk. Der Weg führt vom konkreten Problem über die Suche nach Startups bis zum Test im eigenen Betrieb. Gesucht wird auch über die Region hinaus. Dazu kommen ein Erfahrungsaustausch unter den Partnern sowie Weiterbildungen mit lokalen Bildungsträgern, etwa zu Problemdefinition und Pilotmanagement.
Die Basis bildet Startfeld: Die Startup-Förderung des Switzerland Innovation Park Ost betreut, bewertet und finanziert seit 16 Jahren Startups und prüft jährlich rund 180 Startup-Lösungen.
Start im Frühling 2027
Der vollständige Programmstart ist für März 2027 geplant. Derzeit laufen Gespräche mit Unternehmen aus der Region. Am Anfang jeder Zusammenarbeit steht eine konkrete Herausforderung aus dem eigenen Betrieb. Für KMU lautet die Frage damit nicht mehr, ob sie sich Innovation leisten können, sondern mit wem sie diese angehen.
Ihr Ansprechpartner
Dr. Niklas Rückwald Venture Client Program Lead Switzerland Innovation Park Ost