«Zustand der Stadtbahnhöfe einer Kantonshauptstadt unwürdig»
22.05.2019

«Zustand der Stadtbahnhöfe einer Kantonshauptstadt unwürdig»

Der hohe Stellenwert eines leistungsfähigen öffentlichen Verkehrs für die innerstädtische Erschliessung ist unbestritten. Dennoch verfügen die Stadtbahnhöfe St.Fiden und Bruggen über keine zeitgemässen Infrastrukturen. Die IGöV Stadt St.Gallen will vom Stadtrat wissen, innert welcher Frist deren Ausbau mit kundenfreundlichen, barrierefreien Publikumsanlagen erfolgt und wer für allfällige Kosten aufkommt.

Der Hauptbahnhof wurde in den letzten Jahren kundenfreundlich und mit hohem finanziellem Einsatz umgestaltet. Die Bahnhöfe Haggen und Winkeln verfügen seit langem über Hochperrons und hindernisfreie Zugänge zu den Geleisen. Was auf zahlreichen kleinen Landstationen und erst recht in den grösseren Zentren selbstverständlich ist, scheint für die Stadtbahnhöfe Bruggen und St. Fiden nicht zu gelten. Seit Jahrzehnten verfügen sie über unsägliche Zugänge mit steilen Treppen zu den Perrons. Für die Hochflureinstiege der neuen S-Bahn-Fahrzeuge sind die Perrons untauglich. Ein selbständiges Einsteigen für Rollstuhlfahrer, Familien mit Kinderwagen oder ein Fahrradverlad werden dadurch stark erschwert.

St.Fiden und Bruggen aufwerten
Gemäss S-Bahn-Konzept (Kantonsratsbeschluss von 2013) soll der Bahnhof Bruggen mit zusätzlichen Halten aufgewertet werden, da über ihn grosse Wohngebiete in unmittelbarer Nähe erschlossen werden. Der Bahnhof St.Fiden befindet sich in Gehdistanz des Kantonsspitals und anderen wichtigen Arbeitgebern, deren Arbeitnehmer oftmals mit der Bahn anreisen. Daher ist ein kundenfreundlicher und hindernisfreier Ausbau dieser Bahnhöfe vordringlich. Zudem ist der heutige Zustand der Publikumsanlagen, Perronzugänge und der Perrons von beiden Bahnhöfen einer Kantonshauptstadt unwürdig und mit den Forderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes, welches bis ins Jahr 2023 umgesetzt werden muss, keineswegs vereinbar. Insbesondere der Bahnhof St.Fiden gewinnt mit dem Bau der neuen Olma-Halle 1 und einer möglichen städtebaulichen Entwicklung dieses Gebietes weiter an Bedeutung. Bruggen ist zudem beim geplanten Innovationspark im Lerchenfeld ein idealer Umsteigeort für Fachkräfte.

IGöV Stadt St.Gallen mit klaren Forderungen
Mit dem Vorstoss zur Infrastruktur bei den Stadtbahnhöfen nimmt die IGöV Stadt St.Gallen ein erstes Handlungsfeld in Angriff. Weitere Vorstösse zur inakzeptablen Situation bei der städtischen S-Bahn (fehlender Viertelstundentakt) werden folgen. Die IGöV Stadt St.Gallen beabsichtigt in Zukunft über die Parteiengrenze hinweg auf die Fahrplangestaltung des Kantons, insbesondere die bessere Abstimmung des Fern- sowie Regionalverkehrs mit dem innerstädtischen Verkehrsnetz, Einfluss zu nehmen.

Die IGöV Stadt St.Gallen
Eine überparteilich abgestützte Interessengemeinschaft öffentlicher Verkehr des Stadtparlaments kämpft für bessere städtische öVVerbindungen. Sie hat begonnen, den Druck auf Kanton und Stadt zu erhöhen, damit die Versäumnisse bei der städtischen S-Bahn und im Infrastrukturbereich rascher behoben werden. Ziel und Zweck dieser Interessengruppe ist es auch, politische Fragen rund um die Entwicklung des öffentlichen Verkehrs mit Bezug und Wirkung auf die Stadt St.Gallen überparteilich zu diskutieren. Dadurch soll die Erreichbarkeit des Standorts St.Gallen für seine Bewohner sowie die ansässige Wirtschaft verbessert und ein attraktives öV-Angebot geschaffen werden.

Alle Infos: www.igoevstgallen.ch