Warum wir Bücher kaufen
23.04.2019

Warum wir Bücher kaufen

Seit Jahrhunderten – seitdem der Buchdruck im 15. Jahrhundert erfunden wurde – ist das Buch eine Quelle von Informationen. Heutzutage erfreut sich das Internet immer grösserer Beliebtheit, aber Bücher sind nach wie vor ein wichtiger Lieferant von Ideen und Inspirationen. Zum heutigen Welttag des Buches zeigt leaderdigital.ch, wann, warum, wie, wo und was für Bücher in der Schweiz gekauft werden.

Seit einigen Jahrzehnten wird der Welttag des Buches und des Urheberrechts gefeiert, der von der UNESCO festgelegt wurde. Dieses Fest hat die analytische Abteilung der Einkaufsplattform Picodi inspiriert, eine Studie über Bücherkäufe durchzuführen.

Wann kaufen wir Bücher?
Im Internet befinden sich viele Online-Buchhandlungen, weil die Schweizer häufig Bücher kaufen. Die Statistiken zeigen, dass die Nachfrage nach Büchern in Online-Buchhandlungen besonders im November und Dezember steigt (in diesen Monaten werden mehr als ein Drittel aller Transaktionen im Jahr getätigt). Während des grössten Ausverkaufs des Jahres – Black Friday – gehören Bücher nicht zu den beliebtesten Produkten der Käufer. Die erhöhte Aktivität der Online-Nutzer bringt aber auch Umsätze in der Online-Buchhandlungen in Aufschwung, deshalb verzeichnet der Buchmarkt im November umsatzstärksten Monat. Das Interesse an Büchern hingegen sinkt erheblich im Frühling (im April – nur 5 %).

Wir haben eine Umfrage unter den Schweizern durchgeführt, um Bücherkäufe zu analysieren. Unser Ziel war es, die Trends im Lesenverhalten zu prüfen.

Wo kaufen die Schweizer Bücher?
70 % der Befragten haben angegeben, dass sie die Bücher in Geschäften kaufen. Selten leihen sie Bücher aus der Bibliothek aus (15 %) und von Freunden und Bekannten (2 %). 13 % der Umfrageteilnehmer haben bestätigt, dass sie nicht viel lesen oder sich gar nicht für Bücher interessieren.

Auf die Frage ,,Haben Sie im letzten Jahr mindestens ein Buch gekauft?” haben bestätigend 75 % der Frauen und 73 % der Männer geantwortet. Diese Befragten definieren eben unsere Zielgruppe. Im Folgenden erfahren Sie, welche Antworten die Studienteilnehmer auf die Fragen aus unserer Umfrage über Bücherpräferenzen gegeben haben.

Die Bücherkäufe von E-Books erfreuen sich von Jahr zu Jahr zunehmender Beliebtheit auf der Welt, aber in der Schweiz erlangen elektronische Bücher kein grosses Ansehen. Im letzten Jahr haben 1 % der Studienteilnehmer CD Hörbücher gekauft. Die Mehrheit der Befragten in der Schweiz haben bestätigt, dass sie sich für Papierbücher interessieren. 74 % der Befragten haben festgestellt, dass sie in Online-Shops eingekauft haben. 51 % der Kunden hingegen besorgen sich Bücher in stationären Geschäften.

47 % der Kunden entscheiden selbst, welche Bücher sie kaufen wollen. Empfehlungen von Freunden und Bekannten (51 %), Buchpreis-Nominierungen (7 %) oder Buch-Verfilmungen (5 %) haben ebenfalls starken Einfluss auf Bücherkäufe. Das Internet und soziale Medien gewinnen zunehmend an Bedeutung, deshalb spielen Blogger-Bewertungen (12 %) eine grosse Rolle.

Viele Befragten (28 %) haben den Schnäppchenpreis als entscheidenden Faktor beim Einkauf genannt. Wir möchten darauf hinweisen, dass Bücher laut manchen Befragten (35 %) zu teuer sind. Aus der Umfrage geht auch hervor, dass fast die Hälfte (26 %) mit Buchpreisen in der Schweiz zufrieden ist. Nur 15 % denken, dass Bücher in der Schweiz viel zu teuer sind.

Warum kaufen die Schweizer Bücher?
Die Mehrheit (72 %) kaufen Bücher aus Liebe zum Lesen. 2 % wählen Bücher als Geschenke zu besonderen Anlässen aus. 19 % erwerben Bücher für das Studium oder die Arbeit und die übrigen Befragten (7 %) geben zu, dass der Kaufprozess von Büchern ein Mittel zum Stressabbau ist (wir haben nicht die Frage gestellt, ob sie die gekauften Bücher lesen).

Die Lieblingsgattungen in der Literatur
Die Mehrheit der Lesenden (63 %) wählen Fiktion aus. Unter den Schweizern erfreuen sich Sachliteratur (35 %), Fachliteratur (31 %) und Hobby-Literatur (26 %) grosser Beliebtheit.

Die Popularität der Fiktion ist nicht überraschend. Die Vielfalt der literarischen Gattungen hilft den Lesern aus der ganzen Welt, Bücher, die ihnen gut gefallen, zu finden. Zu den 5 Lieblingsgattungen gehören Krimis (47 %), Thriller (35 %), Abenteuerliteratur (30 %), Science-Fiction und Fantasy (28 %), historische Literatur (16 %). Wie sich aus der Studie ergibt, interessieren sich nur 5 % für Poesie und klassische Literatur.

Die erhebliche Mehrheit besorgen sich Bücher ab und zu – ein paar Mal im Jahr. Einmal im Monat kaufen fast ein Fünftel der Befragten (19 %) Bücher. Die Mehrheit ist damit zufrieden, dass es eine grosse Auswahl an Büchern in der Schweiz gibt. Nur 12 % der Befragten meinen, dass Schweizer Verlage nicht genug Buchtitel veröffentlichen.

Welches Land liest am wenigsten?
In dieser Umfrage haben wir uns nicht zum Ziel gesetzt, Leseverhalten im Ländervergleich zu erfassen, aber wir können darauf hinweisen, in welchen Ländern die Online-Nutzer am meisten Bücher kaufen. Zu diesen Ländern gehören Türkei, Russland und Spanien. Die Schweiz befindet sich im oberen Mittelfeld des Rankings – 74 % der Schweizer haben im letzten Jahr mindestens ein Buch gekauft. Deutschland, Finnland und Singapur schneiden im Ranking am schlechtesten ab.

Datenquelle
Der Bericht basiert auf der Daten der Picodi-Plattform über die Transaktionen in Online-Buchhandlungen. Diese hat auch die Ergebnisse aus der Umfrage, die unter den 7800 Befragten aus 41 Ländern im März 2019 durchgeführt wurde, analysiert.