Vollelektrischer 40-Tönner für Hugelshofer
02.05.2019

Vollelektrischer 40-Tönner für Hugelshofer

Zusammen mit der Hugelshofer Gruppe mit Sitz im thurgauischen Frauenfeld hat MAN Truck & Bus Schweiz AG einen vollelektrischen 40-Tonnen Sattelschlepper entwickelt. Nun wurde er ausgeliefert und ist ab sofort auf Schweizer Strassen unterwegs.

Ziel sei eine 100 Prozent CO2 neutrale Belieferung der Kunden, um mit einer nachhaltigen und ökologischen Firmenstrategie in die Zukunft zu gehen, heisst es in der Mitteilung. Ein weiterer Vorteil des E-Truck ist die geringere Lärmbelastung, da die Fahrzeuge sehr leise unterwegs sind, gerade bei nächtlichen Touren.

«Die Güter- und Kundenstruktur der Hugelshofer Gruppe stellt genau diese Anforderungen. Zudem kann das Fahrzeug tagsüber mit Solarstrom aus eigener Produktion wieder aufgeladen werden», heisst es in der Mitteilung von Man Truck & Bus Schweiz AG.

Ab sofort auf Schweizer Strassen unterwegs
Der Sattelschlepper, ein MAN TGX 18.360 4x2 LLS mit einem XLX Fahrerhaus, Aeropaket und einem Radstand von 3900 mm, wurde durch die Firma Emoss B.V. mit einem Elektroantrieb umgerüstet.

Er verfügt über ein maximal zulässiges Gesamtgewicht von 44 Tonnen und wird von einem bürstenlosen, permanenterregten und wassergekühlten Elektromotor angetrieben, geregelt über einen Vollautomaten mit sechs Fahrstufen und integriertem Retarder.

Bei verfügbaren Leistungsvarianten von 250 bis 350 kW und mit einem maximalen Drehmoment von 2700 bis 3500 Nm sind je nach Topographie Reichweiten von 150 bis 200 km ohne Zwischenladung möglich. Die Ladung erfolgt über eine CCS-Ladedose für DC-Schnellladung bis 150 kW Ladeleistung an einer externen Schnellladesäule. Zusätzlich kann der Sattelschlepper mittels einer Typ 2-Ladedose für bis zu 44 kW AC Ladeleistung mit Hilfe eines Onbard-Ladegeräts zum Anschluss eines Ladekabels an einer handelsüblichen CEE-Industriesteckdose geladen werden.

Die elektrische Rekuperation ist elektronisch geregelt und ins Bremsenmanagement integriert sowie abschaltbar (Segelmodus). Durch die schmale Ausführung der Traktionsbatterie wird der Anbau von Seitenschürzen oder eine Gesamtbreite von 2.30 m (Schweizer Breite) ermöglicht.

Zukunft jetzt – für den städtischen Verteilerverkehr
Mit dem MAN eTGM und dem eTGE sind bereits zwei vollelektrische Fahrzeuge im Praxiseinsatz zu sehen, heisst es in der Mitteilung weiter.

Der eTGE, der Van unter den Trucks, ist bereits in Serienproduktion verfügbar. Hier vereint sich modernste Fahrtechnik mit bereits bewährten Elektrokomponenten zu einer durchdachten eMobility-Lösung im Transportersegment. Dank kurzer Ladezeiten, einer zuverlässigen Reichweite von bis zu 173 km und hoher Wartungsfreundlichkeit ist er für die täglichen Herausforderungen in der Logistikbranche bestens gerüstet. 

Bereits seit Ende 2018 sind neun MAN eTrucks in österreichischen Ballungszentren im Praxistest unterwegs. Der MAN eTGM erfüllt alle wesentlichen Forderungen an den innerstädtischen Lieferverkehr der Zukunft. Er verfügt über die gleiche Nutzlast wie die Modelle mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren und überzeugt flüsterleise und emmissionsfrei mit seiner Performance.

Neben dem elektrischen Antrieb werden auch Nebenaggregate wie Servolenkung, Luftkompressor und Klimaanlage elektrisch betrieben. Das ermöglicht eine bedarfsabhängige und energiesparende Steuerung. In Schubphasen wird zudem die Bewegungsenergie des Fahrzeugs während der Fahrt in elektrische Energie umgewandelt und damit wieder dem Batteriespeicher zurückgeführt. 

Der CitE war eine Sensation an der IAA 2018 und wird ebenfalls bald Wirklichkeit werden. Und auch im Personentransport bietet MAN mit dem Lion’s City eine vollelektrische Variante eines Linienbusses, der voll überzeugt.

Bildlegende von links nach rechts: Hansjörg Brunner, Nationalrat/Präsident Thurgauer Gewerbeverband, Thomas Maurer, MAN Truck & Bus, Head of CI Europe, Senior Vice President, Martin Lörtscher, CEO und VR Hugelshofer-Gruppe