Unterschiedliche Konjunktursignale aus der Ostschweiz
20.11.2019

Unterschiedliche Konjunktursignale aus der Ostschweiz

Der nachlassende Welthandel hinterlasse Spuren in der Ostschweizer Industrie, berichtet die neuste Ostschweizer Konjunkturumfrage von SGKB, Ecopol, AWA SG und KOF-ETH. Der Detailhandel zeige sanfte Erholungstendenzen und in der Bauwirtschaft laufe der Motor auf Hochtouren. Bezogen auf die zukünftige Entwicklung verströmen die Unternehmen Zuversicht. Hingegen rechnen die Konsumenten mit schwierigen Zeiten.

Die Exporte der Ostschweizer Industrie lagen im dritten Quartal um 4.6 Prozent unter dem zweiten Quartal. Im Vergleich zum Vorjahresquartal sind sie hingegen um 1.6% und von Januar bis September um 3.7% gewachsen. Dabei waren die Präzisionsinstrumente, die Fahrzeuge und Chemie / Pharma die wesentlichen Treiber dieser Zunahme. Andere wichtige Warengruppen wie beispielsweise Maschinen, Metalle und die Apparate der Elektrotechnik mussten Rückschläge in Kauf nehmen. Ländermässig betrachtet ist das Exportplus vor allem dem kräftigen Wachstum von gut 12% in die USA zu verdanken.

Industrie bleibt zuversichtlich
Unter der Schwäche des Welthandels leidet die gesamte Ostschweizer Industrie. So sinkt die Produktion, der Auftragsbestand schrumpft und die Erträge erfüllen die Erwartungen der Unternehmen nicht. Trotz Eintrübung der aktuellen Situation bleibt die Industrie zuversichtlich und erwartet in den kommenden sechs Monaten eine leichte Verbesserung des Geschäftsganges.

Gute Geschäfte in der Bauwirtschaft
Die Konjunkturampel in der Bauwirtschaft steht auf grün. In den vergangenen Monaten hat sich die Nachfrage nach Bauleistungen erfreulich entwickelt und die Bautätigkeit ist angestiegen. Das grösste Wachstum verzeichnen Um- und Ausbauten sowie Sanierungen. Ihr Zuwachs liegt deutlich über dem langjährigen Durchschnitt. Eine Herausforderung für die Baumeister bleibt das Finden von geeigneten Mitarbeitenden. In den bevorstehenden Wintermonaten wird es in der Bauwirtschaft etwas ruhiger werden, die Prognosen der Baumeister sind aber durchaus zufriedenstellend.

Leichter Rückenwind im Detailhandel
Dem Detailhandelsumsatz fehlt es nach wie vor an Dynamik. Immerhin sind die Umsätze im dritten Quartal leicht angestiegen. Erstmals seit langer Zeit weist sogar der Verkauf von Kleidern ein bescheidenes Plus aus. In der Ostschweiz hat sich die Kundenfrequenz und die allgemeine Geschäftslage besser entwickelt als im Schweizerischen Durchschnitt. Kein gutes Zeichen für das so wichtige Weihnachtsgeschäft ist die schlechte Konsumentenstimmung.

Pessimistische Konsumenten – optimistische Unternehmen
Die Stimmung der Konsumenten ist im Oktober deutlich unter den langjährigen Durchschnitt gefallen und kündigt eine schwache Entwicklung der Konjunktur und des Konsums an. Während die Konsumenten eher pessimistisch gestimmt sind, fällt der Ausblick der Unternehmen vorsichtig optimistisch aus. Die Konjunkturbarometer haben sich stabilisiert und der Einkaufsmanagerindex hat im Oktober den höchsten Stand seit sieben Monaten erreicht. Man darf gespannt sei, wem die Zukunft Recht geben wird.

www.sgkb.ch/de/konjunkturumfrage