Too Good To Go: Teller statt Tonne
12.04.2019

Too Good To Go: Teller statt Tonne

Noch vor einem Jahr kannte kaum jemand hierzulande die App «Too Good To Go». Jetzt bieten schon über 20 St.Galler Lokale über die App günstige Lebensmittel an, die sonst im Abfall landeten - Tendenz steigend.

Der Lebensmittelverschwendung wurde auch in der Ostschweiz der Kampf angesagt. Die Bewegung «Too Good To Go» hat es geschafft, über ihr App schweizweit bereits über 150'000 Essen zu retten. Bereits über 600 Partnerläden sind dabei, und täglich kommen neue dazu. Vom Quartierladen über Restaurantketten zum Sterne-Restaurant können alle mitmachen und ihren Teil beitragen.

Auch grosse Ketten wie Migros, Coop oder Manor sind mit an Bord. Alle Betriebe, die heute noch Essen wegwerfen müssen, können sich einfach über die Homepage von Too Good To Go anmelden und Teil der Waste-Warrior-Bewegung werden. Auch in St.Gallen machen verschiedene Restaurants, Bäckereien und Detailhändler mit.

1000 neue Nutzer - pro Tag
In der Schweiz gibt es Too Good To Go seit Mitte 2016, seit Mai 2018 mit aktivem Team, das zur Zeit aus acht Leuten besteht. Insgesamt wurden bereits über 140’000 Mahlzeiten gerettet, alleine im Januar waren es 21’000. Dadurch wurden bereits 287 Tonnen CO2 eingespart, was circa 35 Autos entspricht, die ein Jahr lang ununterbrochen fahren. Auch die Community wächst täglich. Die App verzeichnet in der Schweiz bereits über 170’000 Downloads, über 1’000 neue App-Nutzer kommen jeden Tag dazu.

Das Thema Food Waste ist aktueller denn je. In der Schweiz landen jedes Jahr über zwei Millionen Tonnen Nahrungsmittel im Abfall, dies entspricht ungefähr einem Drittel aller produzierten Lebensmittel. Fast die Hälfte dieser Abfälle werden in Haushalten und der Gastronomie verursacht, die Tendenz ist stark steigend. Dies hat enorme Auswirkungen auf die Umwelt, denn ein Kilo Essen in der Herstellung verursacht circa zwei Kilo CO2-Emissionen. Die Produktion der Lebensmittel, die verloren gehen, verursacht in der Schweiz die gleiche Menge an CO2 wie 36 % aller Autos. Weitere negative Auswirkungen sind unnötige Landnutzung, Wasserverschwendung und erhöhte Preise der Nahrungsmittel.

Ein Start-up als Teil der Lösung
Das dänische Start-up «Too Good To Go» hat sich diesem Problem angenommen, und bietet eine kostenlose App an, über die gastronomische Betriebe und der Detailhandel ihre übrig gebliebenen Mahlzeiten oder Produkte zu einem vergünstigten Preis anbieten können. So können überproduzierte Lebensmittel doch noch verkauft werden, und jeder gewinnt: der Betrieb, die Konsumenten und besonders die Umwelt. «Unsere Vision ist eine Welt in der produzierte Lebensmittel auch konsumiert werden, und die Menschen den Wert unserer Ressourcen verstehen und schätzten», sagt Lucie Rein, Country Managerin Too Good To Go Schweiz.

Minimaler Aufwand, grosse Vorteile
Die Anwendung von «Too Good To Go» ist denkbar einfach: Die Kunden bestellen und bezahlen ihr Essen direkt auf der App und holen diese nach dem Mittagsservice oder vor Ladenschluss ab. Nur wählerisch sein darf man nicht, denn man weiss nie genau, was in der Überraschungstüte enthalten ist. Für vegetarische Nutzer hat es einen speziellen Filter auf der App. «Da man nie genau weiss, was am Ende vom Tag übrig bleibt, lassen sich unsere Nutzer überraschen. Für viele ist es eine spannende Abwechslung im Alltag. Die Produkte sind von einwandfreier Qualität, und können dank Too Good To Go sinnvoll weiterverwendet werden», so Lucie Rein.

«Wir wollen jeden und jede dazu inspirieren und befähigen, sich gegen Food Waste einzusetzen. Wir möchten eine Bewegung und Community aufbauen, um Lebensmittel auf der ganzen Welt zu retten. Denn Essen gehört auf den Teller und nicht in den Müll», fasst Rein zusammen.

In St.Gallen kann man etwa bei Caffè Spettacolo, Yoojij’s, Lokremise, Bäckerei Kölbener, Restaurants Pärkli, Samosa und Tibet Corner, Tiara’s Bakery, Kafi Franz, Weber’s Cafe, Schiffschuchi, Globus Delicatessa, Tibits, Abbraccio, Aemisegger Teigwaren, Indian Tandoori, Kim Ngoc, OYA Kafé Bar, Sai Gon Pho, Art of Cake (Horn), Degonda Delikatessen, S’Teeblatt oder Metrobeck by Weder Lebensmittel vor der Vernichtung retten.

Infos, auch für Betriebe, die mitmachen wollen, und App: https://toogoodtogo.ch/de-ch