Stadler komplettiert Elektroflotte für das Aostatal
Text: pd/stz.
Am Bahnhof Torino Porta Nuova hat die Region Aostatal ihre sechs neuen vollelektrischen Flirt-Züge vorgestellt. Die leuchtend roten Fahrzeuge des Thurgauer Schienenfahrzeugherstellers wurden im polnischen Siedlce gefertigt und innerhalb von etwas mehr als zwei Jahren entwickelt und gebaut. Sie bieten mehr Platz und höheren Reisekomfort für Pendler und Touristen auf der Verbindung zwischen Turin und Aosta.
Die Auslieferung setzt eine über zehnjährige Zusammenarbeit fort: Bereits 2015 bestellte die Region fünf bimodale Flirt-Züge, die sowohl unter Fahrleitung als auch mit Dieselantrieb verkehren können. Diese stehen seit sieben Jahren auf der Strecke Aosta–Turin im Einsatz. Die sechs neuen Elektrozüge ergänzen die bestehende Flotte und übernehmen deren markante Gestaltung.
Mehr Platz für Pendler und Touristen
Jeder der vierteiligen Züge verfügt über 236 Sitzplätze, klimatisierte Innenräume und grosszügige Mehrzweckbereiche für Fahrräder und Skiausrüstung. Vier breite Niederflurtüren pro Fahrzeugseite ermöglichen einen raschen Fahrgastwechsel und einen barrierefreien Einstieg. Die Fahrzeuge erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h und sind mit dem Europäischen Zugsicherungssystem ETCS ausgestattet.
Für den Einsatz auf anspruchsvollen Bergstrecken setzt Stadler auf leichte Aluminiumwagenkästen und reduzierte Achslasten. Bei der Entwicklung flossen zudem die Erfahrungen mit den bereits im Aostatal eingesetzten Fahrzeugen ein.
«Dieses Projekt ist eine wichtige Investition in die Zukunft des Aostatals und wird dazu beitragen, die Region für Touristen noch attraktiver zu machen», sagt Laura Obert, Leiterin des öffentlichen Nahverkehrs der Region Aostatal.
Über eine halbe Million Liter weniger Diesel
Mit der vollständigen Elektrifizierung der Strecke und der Inbetriebnahme der neuen Flotte sollen jährlich über 500’000 Liter Diesel eingespart werden. Die Elektrozüge verkehren ohne lokale Abgasemissionen und leisten damit einen Beitrag zu einem umweltfreundlicheren Regionalverkehr.
Auch optisch bleiben sie eng mit ihrer Heimatregion verbunden: Wie ihre Vorgänger tragen die neuen Fahrzeuge das Herzlogo «LOVE VDA», das für Landschaft, Kultur und Tourismus des Aostatals wirbt.
Stadler übernimmt auch die Wartung
Der Auftrag reicht über die Fahrzeuglieferung hinaus. Gemeinsam mit dem Bahnbetreiber Trenitalia übernimmt Stadler während fünf Jahren die Wartung der neuen Flotte. Ein spezialisiertes Team sowie die Bereitstellung der erforderlichen Ersatzteile und Materialien sollen eine hohe Verfügbarkeit und einen zuverlässigen Betrieb sicherstellen.
Für Maurizio Oberti, Leiter Verkauf und Marketing für den italienischen Markt, steht der Projektabschluss für ein weiteres Kapitel der langjährigen Partnerschaft mit der Region. Zugleich zeige der Auftrag, wie das Know-how der Mitarbeiter in Polen zur Weiterentwicklung des nachhaltigen Schienenverkehrs in Europa beitrage.
Die neuen Züge werden schrittweise im Regionalnetz in Betrieb genommen. Der Zeitplan richtet sich nach den im Verkehrsvertrag festgelegten Abläufen und dem Fortschritt der Elektrifizierungsarbeiten auf dem Abschnitt Ivrea–Aosta.