St.Galler Finanzspritze für Berner Atemgerät
02.04.2020

St.Galler Finanzspritze für Berner Atemgerät

Das Venture-Kick-Programm der Venturelab AG aus St.Gallen spricht 150’000 Franken für ein Atemstimulationsgerät, um die Genesung von Patienten mit akuter Atemwegsschwäche zu unterstützen – unabdingbar in der COVID-19-Pandemie.

In Krisenzeiten, wenn Start-ups es am dringendsten brauchen, unterstützt das Venture-Kick-Programm der St.Galler Venturelab AG weiterhin Schweizer Jungunternehmen. Das Venture-Kick-Board freue sich, einen der Joker-Kicks an das Start-up STIMIT zu vergeben und somit die Entwicklung von Medizinprodukten für Patienten ohne natürliche Atemfunktion zu unterstützen, was in Zeiten von Corona von lebensentscheidender Bedeutung ist, teilen die Verantwortlichen mit. Das Unternehmen mit Sitz in Nidau BE erhielt 150’000 Franken.

Anfang 2020 wurde „Venture Kick Life Science“ als Pilotprojekt für Start-ups in Biotech und Medtech gestartet, Schlüsselindustrien unseres Landes. Die Start-ups brauchen in der Coronakrise besonders Unterstützung. STIMIT ist das erste Start-up, das von dieser gezielten Förderung profitiert. STIMIT hilft Patienten, die wegen Atemwegsinsuffizienz ins Krankenhaus eingeliefert werden, sich durch Zwerchfellstimulation schneller zu erholen.

Schwere Fälle von COVID-19 erfordern intensive Pflege und mechanische Beatmung. Die durchschnittliche Beatmungsdauer bei hospitalisierten COVID-19-Patienten beträgt zwölf Tage. Die Entwöhnung (der Prozess der Befreiung von der mechanischen Beatmung) ist schwierig, braucht Zeit und bindet Personalressourcen. COVID-19 ist eine der schwersten Pandemien, welche die Ressourcen der Intensivpflege zur Minimierung der Sterblichkeit an ihre Grenzen bringt.

STIMIT-Gründerin Ronja Bruhn entwickelt Therapie- und Medizinprodukte, um Patienten auf der Intensivstation das Atmen zu ermöglichen. Die Technologie des Start-ups kann die körpereigene Atemfunktion nicht-invasiv aktivieren. Das Therapieziel ist die Aufrechterhaltung der Atemmuskelfunktion während der Beatmung, die Minimierung lebensbedrohlicher Schäden an der Lunge durch die mechanische Beatmung und die Verkürzung der Beatmungsdauer bei Intensivpatienten.

„Derzeit konzentrieren wir uns darauf, unser Atemstimulationsgerät auf den Markt zu bringen - und wir dürfen keine Zeit verlieren“, sagt Gründerin Ronja Bruhn. „Die zusätzliche Unterstützung von Venture Kick wird die Markteinführung dieser neuartigen Therapie und dieses innovativen Geräts beschleunigen. Unser Ziel ist es, die Ergebnisse bei den beatmeten Patienten zu verbessern und mehr Patienten in kürzerer Zeit zu behandeln.“

Auf dem Bild von links: Peter Frei, Verwaltungsrat STIMIT, Olivier Mülller, Mitgründer, Ronja Brühn, CEO und Mitgründer, Prof. Hans Pargger, Kundenperspektive.