Spitalkonferenz fordert MedPlus-Spitäler
15.01.2020

Spitalkonferenz fordert MedPlus-Spitäler

Die Spitalkonferenz der St.Galler Gemeinden fordert für Altstätten, Walenstadt, Wattwil, Flawil und Rorschach die Schaffung von modernen MedPlus-Spitälern mit regionalspezifischen Zusatzangeboten. Nun hat sie ihre Alternative zu den Plänen der St Galler Regierung konkretisiert.

Im Kanton St. Gallen herrscht derzeit eine hitzige Diskussion um die St. Galler Spitäler. Gegen die aktuelle Strategie der Regierung gibt es heftigen Widerstand aus den Regionen. So formierte sich unter anderem die sogenannte Spitalkonferenz der St.Galler Gemeinden nach der Veröffentlichung des Grobkonzeptes des Verwaltungsrates der Spitalverbunde und den damals angedrohten Spitalschliessungen.

Die Spitalkonferenz fordert für Altstätten, Walenstadt, Wattwil, Flawil und Rorschach die Schaffung von modernen MedPlus-Spitälern mit regionalspezifischen Zusatzangeboten. Nun hat sie ihr Spital-Modell konkretisiert und öffentlich vorgestellt (Bild).

Für die Mitglieder der Spitalkonferenz stellen sogenannte MedPlus-Spitäler eine bedürfnisorientierte und ökonomisch sinnvolle Ergänzung zum Zentrumsspital St.Gallen dar. Sie ermöglichten eine wohnortnahe Versorgung und entlasten das teure und hochspezialisierte Kantonsspital. «MedPlus-Spitäler bieten», nach Einschätzung von Elmar Metzger, dem Gemeindepräsidenten von Flawil, «ein einfaches, ambulantes und stationäres Basisangebot mit ambulantem Operationssaal, spezialärztliche Sprechstunden sowie − in Zusammenarbeit mit den Ärztinnen und Ärzten der Region − eine 24-stündige Notfallversorgung.» Zudem entsprächen solche Spitäler mit regional unterschiedlichen Zusatzangeboten einem echten Bedürfnis. Eine derartige Arbeitsteilung zwischen dem Kantonsspital und den MedPlus-Spitälern führe letztlich auch zu tieferen Fall- und Gesundheitskosten.

MedPlus-Spitäler mit regionalen Zusatzangeboten
Die MedPlus-Spitalstandorte Altstätten, Walenstadt, Wattwil, Flawil und Rorschach, wie sie die Spitalkonferenz fordert, hätten sich bereits Gedanken gemacht, welche Angebote sie nebst der allgemeinen und inneren Medizin allenfalls anbieten würden, heisst es in der Mitteilung. Je nach Standort seien beispielsweise die Akutgeriatrie, die Dermatologie, die geriatrische Rehabilitation oder die Palliativmedizin von Interesse. Gemeinderat Roland Sidler aus Walenstadt betont, dass solche «Zusatzangebote in Walenstadt aufgrund von interkantonalen Patientenströmen selbstverständlich auf die Spitalregion Südostschweiz» ausgerichtet wären.

Zehn-Punkte-Programm
Die Mitglieder der Spitalkonferenz fordern für die Weiterentwicklung der Strategie der St.Galler Spitalverbunde ein konkretes Zehn-Punkte-Programm:

  1. Verzicht auf die vorgeschlagene Strategie «4plus5».
  2. Verzicht auf minimalistisch ausgestatte und wirtschaftlich nicht überlebensfähige Gesundheits- und Notfallzentren (GNZ).
  3. Erarbeitung einer Strategie mit Blick über die Kantonsgrenzen hinaus.
  4. Einbezug aller Spitalstandorte in die Strategieerarbeitung (d. h. keine präjudizierende Festlegung auf vier Spitalstandorte).
  5. Einbezug der Angebote von privaten Klinikgruppen in die Strategieentwicklung.
  6. Schaffung einer bedarfsgerechten Gesundheitsversorgung mit einem starken Zentrumsspital für spezialisierte und hochspezialisierte Leistungen sowie mit grundversorgungsorientierten MedPlus-Spitälern.
  7. Nutzung von Kooperationsmöglichkeiten und Synergien mit freipraktizierenden Ärztinnen und Ärzten, Ärztenetzwerken und/oder privaten Anbietern.
  8. Ausarbeitung von regionalen Versorgungs- und Notfallkonzepten.
  9. Schaffung von MedPlus-Spitälern mit einem medizinischen Basisangebot und regionalspezifischen Zusatzangeboten.
  10. Kein «Ausbluten» von Spitälern auf Kosten der Patientinnen und Patienten oder der Mitarbeitenden.

Regionalpolitisch tragfähige Lösung
Die Stadt- und Gemeindepräsidenten der Spitalkonferenz der St.Galler Gemeinden erwarten, dass diesen zehn Punkten bei der Ausarbeitung der nächsten Schritte sowie bei der politischen Beratung im Regierungs- und Kantonsrat aktiv nachgelebt werde, heisst es in der Mitteilung. Oberstes Ziel einer jeden Reform müsse eine bedürfnisorientierte, regionalspezifische und tragfähige Lösung sein. Hierfür stehe die Spitalkonferenz der St.Galler Gemeinden ein.

Bildlegende: Alternativ-Modell der Spitalkonferenz für die künftige Spitalversorgung im Kanton St. Gallen