Investition in Menschen, nicht Maschinen
23.10.2018

Investition in Menschen, nicht Maschinen

Mit der IT-Bildungsoffensive sollen der Fachkräftemangel bekämpft und die Ressourcen im Kanton besser genutzt werden. Deshalb will der Kanton St.Gallen während acht Jahren 75 Millionen Franken investieren. Die Bevölkerung stimmt voraussichtlich am 10. Februar 2019 über den Kredit ab. Gestern informierte «IT rockt!» über Sinn und Zweck der ITBO.

«Um es klar zu sagen: Die IT-Bildungsoffensive investiert Geld in den Menschen, nicht in die Infrastruktur», fasst Regierungspräsident Stefan Kölliker das Wichtigste in einem Satz zusammen. Er stellte zusammen mit Ralph Kugler, Co-Leiter Institut ICT & Medien an der PHSG, die ITBO vor.

In der anschliessenden Podiumsdiskussion unter der Leitung von Jacqueline Gasser-Beck, Geschäftsführerin des Teaching Innovation Labs der HSG und Vorstandsmitglied des Vereins IT St.Gallen, mit Reto Buchli, CIO SFS, KSBG-Rektor Marc Buchli, Volkswirtschaftsdirektor Bruno Damann und Martin Baumann, Leiter PICTS an der GBS, vertieften Stefan Kölliker und Ralph Kugler für das gut 120-köpfige Publikum im St.Galler Startfeld Sinn und Zweck der ITBO und antworteten auf offene Fragen.

Vor rund drei Jahren forderte die IHK St.Gallen-Appenzell eine IT-Bildungsoffensive für die Ostschweiz. Vom St.Galler Kantonsrat wurde diese ohne Gegenstimmen angenommen. Die IT-Bildungsoffensive hat die Behebung des Fachkräftemangels und die Förderung des Wirtschaftsstandortes zum Ziel. Der Kanton St.Gallen soll führender Standort in der Digitalisierung von Geschäftsmodellen sein und den digitalen Wandel aktiv und vorausschauend mitgestalten.

Mit der IT-Bildungsoffensive will der Kanton St.Gallen den Fachkräftemangel beheben und den Wirtschaftsstandort fördern. Er schafft die Grundlage dafür, dass Bevölkerung und Wirtschaft zu den Gewinnern der Digitalisierung gehören. Die IT-Bildungsoffensive wirkt sich auf allen Schulstufen aus. Dieser Ansatz hat schweizweit Pioniercharakter.

Der «Kantonsratsbeschluss über einen Sonderkredit für die IT-Bildungsoffensive» sieht vor, während acht Jahren 75 Millionen Franken in die Förderung der Kompetenzen im Bereich Digitalisierung zu investieren. Finanziert wird die IT-Bildungsoffensive über einen Sonderkredit der Erfolgsrechnung. Das Geld fliesst hauptsächlich in die Ausbildung qualifizierter Fachkräfte für die Wirtschaft sowie an die Qualifikation der Ausbildenden in Lehrbetrieben und Schulen.

In der Breite sollen die Schülerinnen und Schüler aller Schulstufen lernen, den digitalen Wandel mit Innovationsdenken und Verantwortungsbewusstsein anzunehmen und zu gestalten. An der Spitze geht es um die Ausbildung von mehr Fachkräften an den Hochschulen.

Die Schwerpunkte der IT-Bildungsoffensive lauten:
Volksschule und Mittelschulen: An Modellschulen wird der digitale Unterricht erprobt. Gleichzeitig sollen Lernmedien sowie Weiterbildungen der Lehrpersonen für den digitalen Unterricht entwickelt werden (Kompetenzzentrum Digitalisierung & Bildung).
Berufsbildung: Es wird eine digitale Plattform für gemeinsam gestaltete und innovativ gelenkte Ausbildungen durch Betriebe, Schulen und Branchenverbände geschaffen (Fit4Future).
Fachhochschulen: Es wird ein Lernen ermöglicht, das nicht ortsgebunden ist. Bewährte Studiengänge können so auch in bisher nicht abgedeckten Regionen angeboten werden (Kompetenzzentrum angewandte Digitalisierung).
Universität: An der HSG wird eine School of Information and Computing Science mit einem Bachelor- und Masterstudiengang in der Schnittmenge von IT-Technologie und Wirtschaft errichtet.
Wirtschaftspraktika und MINT-Förderung: Kantonsweit werden eine Vernetzungsplattform für Praktikumsplätze aufgebaut und MINT-Förderprojekte für Kinder und Jugendliche, namentlich auch Mädchen, unterstützt.