St.Gallen

«Graue Nashörner»: Hinter dem KI-Boom lauert die Börsenfalle

«Graue Nashörner»: Hinter dem KI-Boom lauert die Börsenfalle
Alessandro Sgro und Samuel Dürr
Lesezeit: 3 Minuten

Die Börsen feiern künstliche Intelligenz. Doch hinter der Euphorie braut sich ein gefährlicher Mix aus hohen Bewertungen, teurem Kapital und wachsenden Schulden zusammen. Die St.Galler Finanzboutique Cronberg AG warnt vor einer Kettenreaktion im Finanzsystem. Einfach auszusteigen, wäre aus Sicht der Anlageexperten allerdings ebenfalls ein Fehler.

Text: pd/stz.

Inteligrid  La Culina  

Im ersten Quartal 2026 registrierten die 14 grössten dieser Fonds erstmals mehr Abflüsse als Zuflüsse:

Anleger zogen 8,4 Milliarden US-Dollar ab, während 6,3 Milliarden neu hinzukamen. Das Problem: Wollen zu viele Anleger gleichzeitig ihr Geld zurück, könnten Fonds zu Verkäufen gezwungen werden. Sinkende Bewertungen und weitere Rückgaben könnten folgen. «Das ist ein Bankrun ohne Bank», sagt Sgro.

Hinter den einzelnen Risiken steht dieselbe Entwicklung: Jahrelang haben tiefe Zinsen und reichlich Liquidität hohe Bewertungen, wachsende Schulden und komplexe Finanzierungsmodelle begünstigt. Dieses Sicherheitsnetz ist nach Einschätzung von Cronberg weniger verlässlich geworden. Solange Inflation und neue Angebotsschocks drohen, können die Notenbanken die Geldpolitik nicht beliebig lockern. Hohe Staatsdefizite und steigende Zinskosten verschärfen den Druck.

Trotzdem plädiert Cronberg dafür, investiert zu bleiben. Künstliche Intelligenz sei weiterhin ein langfristiger Strukturtrend. «Nicht investiert zu sein, wäre ein ebenso grosser Fehler wie blindes Mitlaufen», sagt Sgro. Entscheidend sei die Auswahl der Unternehmen und die Verteilung der Risiken.

Cronberg investiert deshalb entlang der gesamten KI-Wertschöpfungskette: in Halbleiter und Netzwerkinfrastruktur ebenso wie in Stromnetze und Kühlung. Im Fokus stehen Unternehmen mit Preissetzungsmacht und bereits heute robusten Erträgen. Finanzwerte in Regionen mit steigenden Zinsen sowie Basiskonsumgüter sollen zusätzliche wirtschaftliche Treiber ins Portfolio bringen.

«So bleiben wir an den Gewinnern des technologischen Wandels beteiligt, ohne das Portfolio von wenigen Unternehmen oder einem einzigen Zins- und Konjunkturszenario abhängig zu machen», erklärt Samuel Dürr, Analyst bei Cronberg.

Die vollständige Analyse erscheint im neuen Cronberg-Anlagebulletin 1/26 «Graue Nashörner». Die Cronberg AG berät seit über 30 Jahren Privat- und Firmenkunden, Familien sowie Pensionskassen. Sie beschäftigt 14 Mitarbeiter in den Bereichen Treuhand, Family Office und Vermögensverwaltung. Neben Privatvermögen verwaltet sie kollektive Kapitalanlagen und Vermögenswerte von Vorsorgeeinrichtungen. 2021 erhielt Cronberg als einer der ersten unabhängigen Vermögensverwalter der Schweiz die Finma-Bewilligung zur Verwaltung von Kollektivanlagen. Die Cronberg-Fonds wurden mehrfach mit einem Lipper Fund Award ausgezeichnet.

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