Galledia übernimmt Viva
Text: stz.
Galledia baut ihr Angebot über das klassische Verlagsgeschäft hinaus aus. Mit Viva kommt eine Kommunikationsagentur zur Gruppe, die strategische Beratung mit journalistischer Kompetenz, Gestaltung und digitalen Dienstleistungen verbindet. Galledia bringt ihrerseits die Reichweite von rund 50 Medienmarken, Verlagswissen sowie grafische und digitale Produktionsbetriebe in die Zusammenarbeit ein.
«Viva ergänzt unser Portfolio ideal: Mit ihrer Beratungs- und Content-Kompetenz stärkt sie unsere Verlagsmarken und eröffnet uns neue Wachstumsfelder», sagt Urs Schneider, Verwaltungsratspräsident der Galledia Group. Für die Viva-Kunden soll der Zusammenschluss den Zugang zu einem grösseren Netzwerk und zusätzlichen Ressourcen ermöglichen. Die operative Leitung bleibt bei Managing Director Rolf Loepfe.
Nachfolgeregelung für die Kommunikationsagentur
Die Übernahme ist Teil der Nachfolgeregelung von Viva-Gründer und Inhaber Georg Gasser. Dieser hatte sich bereits im Juli 2024, vier Jahrzehnte nach der Gründung der Agentur, aus dem operativen Geschäft zurückgezogen und auf seine Aufgabe als Verwaltungsratspräsident konzentriert.
Mit Galledia habe er einen Eigentümer gefunden, der die unternehmerischen Werte der Agentur teile und dem Team langfristige Perspektiven eröffne. Im Vordergrund stehen dabei Zuverlässigkeit, Kundennähe und Qualität.
Auch im Verwaltungsrat werden die Weichen neu gestellt: Urs Schneider übernimmt per 1. Januar 2027 das Präsidium von Georg Gasser. Dieser bleibt ebenso wie seine Tochter Bianca Gasser Mitglied des Gremiums. Neu nimmt zudem Galledia-CEO Daniel Ettlinger im Verwaltungsrat von Viva Einsitz.
Langjährige Partnerschaft wird vertieft
Die beiden Unternehmen arbeiten bereits seit längerer Zeit zusammen. Im August 2024 übernahm Viva die Galledia-Publikation «Autosprint». Der jetzige Eigentümerwechsel führt diese Partnerschaft auf Unternehmensebene weiter.
Viva ist in Zürich und Bern vertreten. Zu ihrem Angebot gehören die Entwicklung von Kommunikationsstrategien und Markenauftritten, redaktionelle Inhalte sowie Websites, digitale Plattformen und Kampagnen. Einen Schwerpunkt bildet die Vermittlung komplexer Themen, unter anderem aus den Bereichen Energie, Infrastruktur und Mobilität.
Konzernumbau prägt die Geschäftszahlen
Die Übernahme erfolgt vor dem Hintergrund struktureller Veränderungen bei Galledia. Im Geschäftsjahr 2025 sank der Nettoerlös um 22,2 Prozent auf 54,9 Millionen Franken. Der Vergleich mit dem Vorjahr ist allerdings durch Veränderungen des Konsolidierungskreises geprägt, insbesondere durch das Ausscheiden der Multicolor Print AG in Liquidation. Ohne die Dekonsolidierungseffekte 2025 und 2024 hätte der Rückgang laut Geschäftsbericht rund drei Prozent betragen.
Gleichzeitig verbesserte sich das Betriebsergebnis vor Abschreibungen, Finanzerfolg und Steuern (EBITDA) um rund 37 Prozent auf 3,25 Millionen Franken. Galledia führt dies auf Kostendisziplin und die Umsetzung des Restrukturierungsprogramms zurück.