Energiewende durch Digitalisierung, Dekarbonisierung und Dezentralisierung
10.05.2019

Energiewende durch Digitalisierung, Dekarbonisierung und Dezentralisierung

«Die nachhaltigste Energie ist jene, welche nicht gebraucht wird». So luden «die Klimamacher» zum 5. Klimaevent 2019 ins Kulturzentrum Presswerk in Arbon ein.

Beim Ostschweizer Unternehmen Otto Keller AG – den Klimamachern – dreht sich alles ums Klima. Heizen, lüften, kühlen, Gebäude & Prozesstechnik (HLKS). Für ihre Kunden initiiert die Otto Keller AG alle zwei Jahre den «Klimaevent». Auch heute waren rund 300 Gäste vor Ort und stellten sich die Frage, wie sich die Schweiz durch nachhaltige Energiepolitik für die Zukunft rüstet.

Dennis Reichardt (rechts im Bild), CEO des Unternehmens, eröffnete den Anlass und stellte den Referenten Christoph Frei (2. v. r.), CEO des Weltenergierats (World Energy Council), vor. Der Rat widmet sich als unabhängige Stimme internationalen Energiefragen und sucht nach Lösungsansätzen mit globaler Perspektive. Dem Weltenergierat gehören heute rund 100 nationale Komitees an, die über 90 % der weltweiten Energieerzeugung repräsentieren.

Energie im Wandel
Die weltweite Energiewende wird gemäss Frei dank drei Hauptthemen vorangetrieben: Digitalisierung, Dekarbonisierung, Dezentralisierung. Gemäss der aktuellen Studie setzen sich Entscheidungsträger der Energiewirtschaft vor allem mit Risiken und Chancen dieser sogenannten «3Ds» auseinander. Frei zeichnet in Visionen «was wäre wenn?». Was wäre, wenn alle Kühlschränke in Deutschland chipgesteuert wären und während einer Stunde täglich abgeschaltet würden? Es würde viel Spitzen-Energie gespart. Digitalisierung hat gemäss Christoph Frei eine riesige Schubkraft, die den Energiewandel vorantreibt.

Stolzer zweiter Rang
Der Weltenergierat setzt in der Energiepolitik auf eine Ausgewogenheit betreffend Sicherheit, Bezahlbarkeit und Umweltverträglichkeit. Diesbezüglich besetzt die Schweiz nach Dänemark und vor Schweden den zweiten Rang. Darauf können wir stolz sein, meint Christoph Frei und gratuliert den Zuhörenden, die in der Energiebranche unterwegs sind.

Im Gespräch
Wie üblich endete der Klimaevent mit einer Podiumsdiskussion. Reto Scherrer (Mitte), Moderator des Events, leitete durch die Diskussion mit Dennis Reichhardt, Referent Christoph Frei sowie den beiden Regierungsräten Walter Schönholzer (links) und Marc Mächler (2. v. l.).

Gemeinsam debattierten sie das neue Energiegesetz, Pro und Contra von Erdsonden, Subventionen für Käufer von Elektrofahrzeugen und darüber, wie C02-Emissionen weiter reduziert werden können. Abschliessend meint Reto Scherrer: «Wenn jeder einen Baum pflanzen würde – natürlich einen Thurgauer Apfelbaum – das wärs doch».