Drei Forschungsprojekte mit «HSG Impact Awards» ausgezeichnet
21.05.2019

Drei Forschungsprojekte mit «HSG Impact Awards» ausgezeichnet

Die Universität St.Gallen verleiht dieses Jahr zum zweiten Mal die HSG Impact Awards. Prämiert werden HSG-Forscher, die mit ihrer Tätigkeit einen besonders wertvollen Beitrag für die Gesellschaft leisteten.

Drei Auszeichnungen werden verliehen: Das Projekt «Impact of oil spills in Nigeria on neo-natal deaths» von Prof. Dr. Roland Hodler und Dr. Mirjam Anna Brüderle, das viel Beachtung in internationalen Medien fand, untersuchte die Auswirkungen von Lecks in Öl-Pipelines auf die neonatale Sterblichkeitsrate in Nigeria. Ein Team um Prof. Dr. Stephan Böhm konzipierte ein Programm, das hilft, psychisch erkrankte Menschen im Berufsleben zu halten. Und im Rahmen des Projekts «Data Driven Platform for Sustainable Mobility» entwickelte eine Forschergruppe um Prof. Dr. Felix Wortmann eine App, die als Warnsystem vor Unfallstellen im Strassenverkehr dient.

Mit den HSG Impact Awards werden Forschungsprojekte an der Universität St.Gallen ausgezeichnet, die eine besonders deutlich erkennbare Wirkung in der Gesellschaft erbringen. Die Jury, bestehend aus Praktikern und Angehörigen der Universität St.Gallen, bewertete Bewerbungen aus verschie-densten Disziplinen der HSG-Forschung. Die drei Auszeichnungen werden im Rahmen des öffent-lichen Dies academicus am nächsten Samstag, 25. Mai 2019, verliehen. Dies im Beisein von Bun-desrat Ignazio Cassis, der die diesjährige Festansprache am akademischen Feiertag der HSG hält.

Öl-Lecks mit fatalen Auswirkungen
Nigeria ist Afrikas grösster Erdölförderer Afrikas. Obwohl bekannt ist, dass Ölunfälle nicht nur zu grossen Umweltschäden führen können, sondern auch eine Gefahr für die menschliche Gesundheit darstellen, liegen kaum wissenschaftliche Untersuchungen vor, die sich den Auswirkungen von Ölkatastrophen auf die Gesundheit der Menschen vor Ort widmen. Die am Schweizerischen Institut für Aussenwirtschaft und Angewandte Wirtschaftsforschung (SIAW-HSG) durchgeführte Studie von Prof. Dr. Roland Hodler und Dr. Mirjam Anna Brüderle nahm sich der Thematik an, indem sie Auswirkungen von Ölunfällen auf die Säuglingssterblichkeit in Nigeria untersuchte. Die Studie stellte fest, dass in einem Radius von zehn Kilometern rund um Lecks in Öl-Pipelines eine Verdoppelung der neonatalen Sterblichkeitsrate die Folge ist. Hodlers und Brüderles Arbeit fand breite Beachtung in internationalen Medien.

Das Forschungsprojekt «Impact of oil spills in Nigeria on neo-natal deaths» im Video.

Psychisch Erkrankte im Beruf halten
Während der vergangenen Jahrzehnte haben sich psychische Erkrankungen zu einer Herausforderung für die Gesundheits-, Gesellschafts- und Wirtschaftssysteme entwickelt. Psychische Erkrankungen sind oftmals mit Arbeitsunfähigkeit und einem vorzeitigen Renteneintritt verbunden. Um psychisch erkrankten Mitarbeitern adäquate Hilfestellung geben zu können, entwickelte das Forschungsteam unter der Leitung von Prof. Dr. Stephan Böhm am Center for Diversity and Inclusion (CDI-HSG) der Universität St.Gallen ein Programm für Führungskräfte, das sie dabei unterstützt, psychisch erkrankte Menschen im Berufsleben zu halten. Das Programm ist zudem in die Lehre an der Universität St.Gallen integriert worden, um bereits Studenten für die Problematik zu sensibilisieren.

Das Forschungsprojekt «(Re)Integration psychisch erkrankter Menschen» im Video.

Sicher unterwegs im Strassenverkehr
Sichere und kernstoffeffiziente Mobilität auf den Strassen – dies sind die beiden Kernthemen des prämierten Forschungsprojekts von Prof. Dr. Felix Wortmann und seinem Team am Institut für Technologiemanagement (ITEM-HSG). Die vom Projektteam entwickelte App, die als Warnsystem vor Unfallstellen im Strassenverkehr dient, basiert auf mehr als 3000 Datensätzen zu Unfällen, die während der vergangenen drei Jahre gewonnen und ausgewertet wurden. Ferner gibt die neu entwickelte App den Verkehrsteilnehmern fortlaufend intelligentes Feedback zu einem ökologischeren Fahrstil. Zudem warnt sie künftig Diabetiker vor Unterzuckerung, die wiederum zu gefährlichen Situationen im Strassenverkehr führen kann. Die neue App möchte so helfen, den Strassenverkehr der Gegenwart und Zukunft nicht nur sicherer für alle, sondern über einen geringeren Kraftstoffverbrauch auch ökologischer zu machen.

Das Forschungsprojekt «Data Driven Platform for Sustainability» im Video.