26.04.2018

Den Klosterplan im Original sehen

Der berühmte St.Galler Klosterplan aus dem 9. Jahrhundert wird ab Frühling 2019 erstmals im Original der Öffentlichkeit gezeigt. Das Exponat erhält einen eigenen Ausstellungsraum am Klosterhof unweit der Stiftsbibliothek. Der Kanton St.Gallen will u. a. damit den Stiftsbezirk touristisch stärken.

Im Zeughauskeller eröffnet die Stiftsbibliothek per Ende Jahr eine neue Ausstellung über die St.Galler Klostergeschichte. Im Ausstellungssaal des Zeughausflügels will das Stiftsarchiv Dokumente ausstellen, darunter auch den berühmten Klosterplan der Stiftsbibliothek im Original sowie Originalobjekte aus dem klösterlichen Archiv, wie das St.Galler Professbuch oder die einzigartigen frühmittelalterliche Privaturkunden, anhand derer das soziale, wirtschaftliche und politische Leben im frühen Mittelalter rekonstruiert werden kann. Geplant ist ein kombiniertes Ticket.

Mit der neu konzipierten Ausstellung soll das UNESCO-Weltkulturerbe des Stiftsbezirks besser in der Öffentlichkeit positioniert und dem Publikum vermittelt werden, wie die Verantwortlichen von Kanton und katholischer Kirche am Mittwoch informierten.

Der St.Galler Klosterplan ist die früheste Darstellung eines Klosterbezirks aus dem Mittelalter. Er entstand vermutlich zwischen 819 und 826 im Kloster Reichenau am Bodensee und ist im Besitz der Stiftsbibliothek St.Gallen. Dort können Besucher im barocken Bibliotheksaal bisher nur ein Faksimile besichtigen.

Partnerschaft mit St.Galler Stiftung
Neben diesen Anstrengungen für die Vermittlung des kulturellen Erbes soll sich der Stiftsbezirk auch touristisch weiterentwickeln. Hierfür erarbeitete der Kulturmanagementspezialist Patrick Cotting im Sommer 2017 eine Studie zur strategischen Positionierung des gesamten Stiftsbezirks. Zur Umsetzung dieser Erkenntnisse sind Kanton und Katholischer Konfessionsteil eine Partnerschaft mit der Ria & Arthur Dietschweiler Stiftung eingegangen. Diese wird in einer strategischen Zusammenarbeit während zehn Jahren Aktivitäten und Massnahmen zur Attraktivitätssteigerung im Stiftsbezirk St.Gallen sowohl ideell als auch finanziell mit mehr als zwei Millionen Franken massgeblich unterstützen.