CVP sieht Rat- und Konzeptlosigkeit
14.08.2019

CVP sieht Rat- und Konzeptlosigkeit

Die St.Galler Regierung leitet in den nächsten Tagen dem Kantonsrat eine Botschaft für einen Notkredit in der Höhe von mehreren Millionen Franken zu. Das Geld soll die Liquidität in der Spitalregion Fürstenland-Toggenburg und damit den Betrieb in den Spitälern Wattwil und Wil sicherstellen. Die CVP stellt Regierung und Verwaltungsrat ein schlechtes Zeugnis aus.

In der St.Galler Spitalpolitik wird ein weiteres Kapitel geschrieben: So wie die angekündigte Schliessung eines Operationssaales in Walenstadt vor wenigen Tagen passen auch die nun geforderten und von der Politik nicht bestrittenen Notkredite zur intransparenten St.Galler Spitalpolitik. Ein Abbruch auf Raten ist im Gang. Insbesondere verursachen die Teilschliessungen beim Spitalpersonal Unsicherheit. Der Abgang von Fachkräften ist die Folge. Die CVP befürchte einen Dominoeffekt, schreibt sie in einer Mitteilung. Für die CVP ist die aktuelle Situation unverständlich und stellt den Verantwortlichen in Regierung und Verwaltungsrat ein schlechtes Zeugnis aus.

Bevor das St.Galler Spitalwesen kollabiert, muss endlich Transparenz und Klarheit geschaffen werden. Bis heute liegen keine detaillierten oder vertrauenswürdigen Zahlen zu den einzelnen Spitälern vor. Im Gegenteil, die bisher bekannten fehlenden Fakten deuten auf Rat- und Konzeptlosigkeit bei den verantwortlichen Akteuren hin. Ein solches Geschäftsgebaren ist gegenüber den Patientinnen und Patienten, dem Personal wie auch gegenüber dem Steuerzahler inakzeptabel. Die CVP will rasch Taten sehen. Regierung und Verwaltungsrat sind in der Pflicht.

Kantonsrat soll zeitnah über Geschäft entscheiden
Die CVP erwartet, dass die Regierung und der Verwaltungsrat der Öffentlichkeit und den Entscheidungsträgern im Gesundheitswesen bis Ende Oktober 2019 eine überarbeitete Spitalstrategie vorlegen. Dieses soll aufzeigen, was die Bürger zu erwarten haben. Die Politik muss sich dazu in einem Vernehmlassungsverfahren einbringen können. Die Regierung ihrerseits kann anschliessend dem Kantonsrat eine bereinigte Botschaft auf die kommende Februar-Session unterbreiten. Das Geschäft könnte somit noch in der April-Session 2020 behandelt und die notwendigen Entscheide getroffen werden.

Forderungen der CVP
Die CVP erwartet, dass mit der überarbeiteten Spitalstrategie Nägel mit Köpfen gemacht werden. Die Bevölkerung, die Patienten und auch das Personal in den Spitälern erwarten rasch Transparenz und Perspektiven. Erst dann kann das Vertrauen in die Gesundheitspolitik wiederhergestellt werden.

Die CVP beharrt deshalb auf ihren bisherigen Forderungen zur Spitalstrategie. Dabei bilden die hohe Qualität in der Gesundheitsversorgung, die Spezialisierung, die Finanzierbarkeit und die interkantonale Zusammenarbeit die Oberziele.

Die CVP fordert dazu insbesondere:

  • Die bisherigen Spitalstandorte bleiben Teil der kantonalen Gesundheitsversorgung. Wo stationäre Angebote geschlossen werden müssen, sind Alternativen aufzuzeigen, um die künftigen Bedürfnisse der Bevölkerung im Gesundheitswesen abdecken zu können.
  • Die Strategie ist darauf auszurichten, dass wie bisher 90 Prozent der Bevölkerung innert 15 Minuten notfallmässig erstversorgt sind. Ergänzend dazu hat der Kanton sicherzustellen, dass genügend Standorte eine stationäre Akut- und Notfallversorgung angeboten werden können.
  • Die Spitalstrategie muss sicherstellen, dass die Bevölkerung weiterhin auf eine hohe Qualität im Leistungsangebot der öffentlichen Spitäler zählen kann. Gezielte Leistungskonzentrationen sind dazu unter dem Aspekt von Qualität und Rentabilität umzusetzen.