Bestsellerautor Dobelli zu Gast
«Auch wenn es ungewöhnlich scheint, ein zehnjähriges Jubiläum zu feiern, ist es uns ein grosses Anliegen», eröffnete alt Stadtrat und Verwaltungsratspräsident Fredy Brunner den Jubiläumsanlass der St.Galler Elog Energielogistik AG. Die Elog sei eine «virtuelle Firma», die als Zusammenschluss privater und öffentlicher Unternehmen begann und bis heute ohne festen Mitarbeiterstamm − aber phasenweise mit bis zu 80 Mitarbeitern − erfolgreich am Markt tätig ist. Heute gelte es, für die allseits engagierte und erfolgreiche Arbeit danke zu sagen.
Grösster virtueller Energielogistiker der Ostschweiz
Gerardo Zampelli, kaufmännischer Geschäftsführer der Elog, berichtete über den Start als virtueller IT-Dienstleister für Energieversorger. Nach Jahren des Aufbaus, des Wachstums und der steten Verbesserung des Dienstleistungs- und Serviceangebots seien nun die Weichen für die Zukunft gestellt. Heute sei die Elog eine Vorreiterin im Energiedaten-Management und Expertin für Smart Metering und Smart Grids. «Unsere Innovationsstrategie sieht vor, grösster Big-Data-Energielogistiker der Ostschweiz zu werden», erklärte Zampelli. Die Elog werde in den nächsten Jahren vor allem die zweite Stufe der Elektrizitätsmarktöffnung für Privatkunden begleiten: «Hierfür streben wir innovative, IT-gestützte Einzellösungen an.»
Tägliche Denkfehler
Ein Highlight der Veranstaltung war der Vortrag des Luzerner Bestsellerautors Rolf Dobelli, der hier in St.Gallen studiert und doktoriert hatte. In seinem Referat stellte er die wichtigsten der rund 120 be-kannten Denkfehler vor, die wir Menschen tagtäglich begehen. Mit unterhaltsamen Beispielen und interaktiven Abstimmungen zeigte er den Anwesenden, dass wir immer wieder Denk- und somit auch Entscheidungsfehler begehen. Diese wären durch objektivierte, strukturierte und datenbasierte Denkprozesse oftmals zu vermeiden.
Autonomes Fahren
Zum Elog-Talk «Digitalisierung und Künstliche Intelligenz» hatte das Unternehmen Experten aus verschiedenen Bereichen geladen: Dr. Karin Kirchner, Kommunikationsdirektorin der Renault Suisse SA, Prof. Dr. Christiane Lehrer, Assistenz-Professorin des Instituts für Wirtschaftsinformatik (IWI) an der Universität St.Gallen, und Thomas Küchler, Direktor der Schweizerischen Südostbahn AG (SOB), diskutierten mit Rolf Dobelli und Fredy Brunner die technologischen Entwicklungen und Zukunftsszenarien der Automobilbranche, des Bahnverkehrs, der Industrie und des Alltags. Karin Kirchner erläuterte, dass ein voll automatisiertes Fahren für Renault bereits Realität sei und eine solche Fahrzeugflotte ab 2022 bereitstehe.
Kundenfreundliches Bahn-Ticketing
Thomas Küchler stellte als SOB-Direktor seine Ideen eines modernen, kundenorientierten und schweizweiten Ticketings im öffentlichen Verkehr vor. Christiane Lehrer berichtete über ein spannendes St.Galler Projekt ihres Instituts: Dieses thematisiere die Ausstattung öffentlicher Aussenparkplätze mit speziellen Sensoren, sodass für Autofahrer alle freien Parkplätze in der Stadt sichtbar würden. Der umweltbelastende Parkplatzsuchverkehr in der Altstadt und in den Quartieren könnte so reduziert werden.