Variosystems setzt bei Lieferketten auf KI
Text: stz.
Schwankende Lieferketten, neue regulatorische Anforderungen und geopolitische Unsicherheiten beschäftigen die Elektronikbranche. Beim Impulstag von Variosystems ging es darum, wie Unternehmen unter diesen Bedingungen verlässlich planen und handeln können. Nach der Begrüssung durch Stephan Sonderegger und Julian Specker beleuchteten Fachreferenten Entwicklungen im Komponentenmarkt, den Einsatz künstlicher Intelligenz und die Zusammenarbeit mit Kunden.
Einen konkreten Einblick lieferten Natascha Chiodin, Günter Scheffknecht und Toni Gantenbein mit «Variosystems Intelligence». Die Plattform unterstützt die Steuerung elektronischer Komponenten über deren gesamten Lebenszyklus.
Nach Angaben von Variosystems soll sie Veränderungen in weltweiten Lieferketten früh erkennbar machen und Risiken wie die Abkündigung von Bauteilen sichtbar halten. Bei Bedarf lassen sich Entwicklungsleistungen einbeziehen, um Ersatzkomponenten zu prüfen oder Konstruktionen anzupassen. Auch Kalkulationen und Prognosen zu Materialkosten sollen davon profitieren.
CEO Stephan Sonderegger beschreibt den Ansatz so: «Wir investieren gezielt in KI, weil Wertschöpfung dort entsteht, wo Daten sicher, intelligent und integriert genutzt werden.»
Entwickelt wurde die Plattform intern mit Unterstützung zweier strategischer Partner. Sensible Kunden- und Lieferantendaten sollen innerhalb der Systemlandschaft von Variosystems bleiben. Das ist insbesondere für Kunden aus regulierten Branchen wie Medizintechnik sowie Luft- und Raumfahrt relevant. Die Einbindung in das konzernweit harmonisierte SAP-System ermöglicht zudem die automatisierte Erstellung und Pflege von Materialstammdaten.
Der Impulstag stellte die Technologie in einen breiteren wirtschaftlichen Zusammenhang. Markus Jeck von Future Electronics beleuchtete den Komponentenmarkt, Stefan Petzold von Microchip die Anforderungen des EU Cyber Resilience Act. Jean-Philippe Kohl von Swissmem betonte die Bedeutung von Innovation, internationaler Vernetzung und offenen Märkten für die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Tech-Industrie.
Produktionsrundgänge und persönliche Gespräche ergänzten das Programm. Den Abschluss der Vorträge gestaltete Wingfoilerin Elena Sandera mit Einblicken in ihren Weg Richtung Olympia 2028.