Kemaro holt Schweizer Innovationspreis
Text: stz.
Die Auszeichnung würdigt eine Produktidee aus dem Thurgau, die sich international durchgesetzt hat. Am 17. September erhielt Kemaro im Technopark Winterthur den Swiss Excellence Product Award in der Kategorie KMU. Das Unternehmen aus Eschlikon hat sich auf autonome Reinigungsroboter für Industrie- und Logistikflächen spezialisiert und beschäftigt heute rund 60 Mitarbeiter.
Die Roboter übernehmen eine wiederkehrende Aufgabe im Betriebsalltag: Sie entfernen Staub und Schmutz von Produktions- und Lagerflächen. Dabei setzt Kemaro auf Trockenreinigung mit Kehr- und Saugtechnik, die ohne Wasser und chemische Reinigungsmittel auskommt. Entwickelt und hergestellt werden die Geräte in Eschlikon. Das Unternehmen verbindet damit die Automatisierung industrieller Abläufe mit eigener Entwicklung und Produktion im Thurgau.
In seiner Laudatio zeichnete Clemens Jakobi, Präsident des Stiftungsrats der Swiss Excellence Stiftung, den Weg von der Schweizer Produktidee zur international eingesetzten Robotiklösung nach. Er würdigte insbesondere die konsequente Spezialisierung und die unternehmerische Ausdauer, mit denen Kemaro seine Marktnische erschlossen und das Geschäft ausgebaut hat.
Der internationale Einsatz der Geräte zeigt, wie weit dieser Weg bereits geführt hat: Laut den im Rahmen der Preisverleihung veröffentlichten Unternehmensangaben arbeiten rund 1300 Kemaro-Roboter in 40 Ländern.
Wie aus einer technischen Lösung ein wachsendes Unternehmen wird, stand auch im Mittelpunkt der Podiumsdiskussion. Jurypräsident Stefan Philippi sprach mit Vertretern von Kemaro und dem Medtech-Unternehmen Reliyoo über zwei entscheidende Voraussetzungen: Prozesse, die im Alltag funktionieren, und ausreichend Kapital, um das Geschäft weiterzuentwickeln.
Insgesamt standen sieben Unternehmen im Finale des Swiss Excellence Product Award 2026. Neben Kemaro waren in der Kategorie KMU Fixpod und Timber Structures 3.0 nominiert. Der Preis in der Kategorie Startup ging an MoleSense aus Epalinges. Das Unternehmen entwickelt ein tragbares System, das molekulare Biomarker über die Haut messen soll. Die erste Anwendung konzentriert sich auf die Hormonüberwachung im Bereich der reproduktiven Gesundheit.
Durch die Preisverleihung führte Regula Elsener Steinmann. Bereits vor dem offiziellen Programm tauschten sich die Finalisten mit Investoren, Gästen, Jury und Stiftungsrat aus. Im Zentrum des Anlasses standen neben den Produkten auch die unternehmerischen Entscheidungen und Herausforderungen auf dem Weg zum Markterfolg.