Cicor trotzt dem Bauteilmangel
Text: pd/stz.
Die Cicor Gruppe hat ihren Umsatz im dritten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahr um 6,7 Prozent gesteigert. Noch stärker legte der Auftragseingang zu: Er erhöhte sich um 10,7 Prozent auf 193,2 Millionen Franken. Damit überstieg der Wert der neuen Bestellungen bereits zum sechsten Quartal in Folge den Umsatz. Das verschafft der Gruppe eine gute Ausgangslage für weiteres Wachstum.
Organisch wuchs Cicor im dritten Quartal um 4,6 Prozent. Ohne die anhaltenden Engpässe bei bestimmten Komponenten wäre mehr möglich gewesen: Insbesondere Leiterplatten und Speicherchips bleiben knapp. Die Lieferverzögerungen verschieben einen Teil der Umsätze nach hinten. Über die ersten neun Monate erreichte das organische Wachstum 1,7 Prozent.
Für das Schlussquartal erwartet Cicor eine deutliche Beschleunigung
Der hohe Auftragsbestand und umfangreiche Massnahmen in der Beschaffung sollen dafür sorgen, dass das vierte Quartal mit Abstand das umsatzstärkste des Jahres wird. Insgesamt rechnet die Gruppe im zweiten Halbjahr mit einem Umsatz, der 10 bis 25 Prozent über dem ersten Halbjahr liegt. Ein wesentlicher Teil dieses Anstiegs soll auf das Jahresende entfallen.
Zusätzlichen Umsatz dürfte die geplante Übernahme des EDMI-Standorts im malaysischen Senai bringen. Der Abschluss der Transaktion samt langfristiger strategischer Liefervereinbarung ist für das vierte Quartal vorgesehen. Je nach Zeitpunkt erwartet Cicor für 2026 einen Beitrag im mittleren einstelligen Millionenbereich. Dieser ist bereits im Jahresausblick berücksichtigt.
Weiter ausgebaut hat die Gruppe ihre Stellung in der Luft- und Raumfahrt sowie der Verteidigung. In den ersten neun Monaten gewann Cicor drei neue Kunden aus diesen Bereichen. Damit beliefert das Unternehmen inzwischen 16 der 20 grössten europäischen Unternehmen dieser Industrie.
Am Jahresziel hält Cicor fest: Erwartet werden 700 bis 750 Millionen Franken Umsatz und ein bereinigtes EBITDA von 70 bis 80 Millionen Franken. Voraussetzung ist, dass sich weder die geopolitische Lage noch die Materialverfügbarkeit weiter verschlechtern. Die Lieferketten bleiben laut Cicor anspruchsvoll, die Störungen liegen jedoch deutlich unter dem Ausmass nach der Corona-Pandemie.