1100 KMU-ler trotzen dem Wahnsinn
Text: pd/stz.
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«KMU im Wahn(sinn) – zwischen Albtraum und Wirklichkeit»: Unter diesem Titel brachte der 23. Schweizer KMU-Tag Führungskräfte auf dem Olma-Gelände zusammen. Durch den Anlass führte Fabian Unteregger.
Gastgeber Tobi Wolf präsentierte die jährliche KMU-Tag-Studie. Deren Ergebnisse zeigen: Trotz der Herausforderungen würden über 80 Prozent der Befragten den Weg des Unternehmertums erneut einschlagen. Besonders wichtig sind ihnen der Kundennutzen, die Entwicklung ihrer Mitarbeiter, der Aufbau von etwas Eigenem und ein gesellschaftlicher Beitrag. Den Sinn des Unternehmertums bewerteten sie mit rund acht von zehn Punkten. Wolfs Fazit: «Der Wahnsinn ist das, was wir erleben. Der Sinn ist das, wofür wir es tun.»
Health Yourself überzeugt das Publikum
Drei Jungunternehmen stellten sich dem Publikumsvoting. Alexandra Allgaier präsentierte Studyond, das Unternehmen den Zugang zu Hochschulwissen und Abschlussarbeiten erleichtert. Patrick Bürkle zeigte mit FlawaiQ eine automatisierte Erste Hilfe für Unternehmen.
Den Sieg holte Anna Rosenkranz mit Health Yourself. Das St.Galler Jungunternehmen macht Routine-Gesundheitsdienstleistungen wie Labortests digital und von zuhause aus zugänglich. Nach dem Startfeld-Diamanten sicherte es sich damit auch den inoffiziellen «KMU-Tag Startup Award».
Parmelin appelliert an den Unternehmergeist
Bundespräsident Guy Parmelin würdigte die internationale Leistungsfähigkeit der Schweizer KMU. Gute Beziehungen zur EU, zu den USA und zu China seien zentral. Auch kleine Ostschweizer Unternehmen könnten weltweit bestehen, wenn gute Rahmenbedingungen, Innovation und Mut zusammenkämen.
Unsicherheit dürfe kein Grund sein, nicht anzupacken, betonte der ehemalige Winzer mit einem Verweis auf das unberechenbare Wetter. «Die Stärke der Schweiz liegt bei den Menschen, die jeden Tag Verantwortung übernehmen», sagte Parmelin.
Kundenbindung und eigene Denkfehler
HSG-Professor Christoph Frei ordnete die geopolitischen Umbrüche ein und erläuterte, wie Globalisierung neben internationaler Konkurrenz auch politische Gegenbewegungen hervorbringt.
Zita von Langenstein rückte die Dienstleistungsqualität in den Mittelpunkt: Gerade in schwierigen Zeiten entscheide nicht allein der Preis über die Kundenbindung. Wer guten Service konsequent pflege, schaffe Vertrauen und gewinne loyale Kunden.
Zum Abschluss zeigte Entscheidungsarchitekt Reto Blum, wie Erwartungen, eingefahrene Denkmuster und Selbstüberschätzung Entscheidungen beeinflussen. Er regte dazu an, eigene Entscheide systematisch zu überprüfen.
Der nächste Schweizer KMU-Tag findet am 29. Oktober 2027 statt. Organisiert wird der Anlass vom Schweizerischen Institut für KMU und Unternehmertum an der Universität St.Gallen und der Kommunikationsagentur Alea Iacta.