Über 100 Lehrlinge in mehr als 20 unterschiedlichen Berufen

Der Spitalverbund Appenzell Ausserrhoden (SVAR) gehört zu den grössten Arbeitgebern im Kanton Appenzell Ausserrhoden und ist damit auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Der SVAR mit den beiden Akutspitälern in Herisau und Heiden und dem Psychiatrischen Zentrum AR in Herisau stellt die medizinische Grundversorgung im Kanton Appenzell Ausserrhoden sicher und ist auch für einen grossen Teil der Bevölkerung der umliegenden Region die erste Anlaufstelle.

Eingebettet in einer wunderschönen Gegend – im Appenzellerland mit Blick auf den Säntis – befinden sich die SVAR-Standorte auch in unmittelbarer Nähe zu Städten wie St.Gallen, Bregenz oder Winterthur. Somit ist man hervorragend an das nationale und internationale Verkehrsnetz angeschlossen. «Dies macht uns für aktuelle und potenzielle Mitarbeitende, welche ausserkantonal oder im nahen Ausland wohnhaft sind, zu einem interessanten, gut erreichbaren Arbeitgeber», ist Anita Schürpf überzeugt.

«Mitarbeitende, die erfolgreich
neue Leute vermitteln, werden mit einer
Vermittlungsgebühr belohnt.»

Sie ist seit Mai 2015 für das Unternehmen tätig, seit Januar 2017 als Fachspezialistin HR-Rekrutierung. Nebst diesen gegebenen Vorteilen fördere man die Attraktivität des Arbeitsumfeldes bewusst mit diversen Massnahmen. Flexible Arbeitszeiten, Vielfältigkeit in der interdisziplinären Zusammenarbeit, Einsatzmöglichkeiten an unterschiedlichen Standorten, Möglichkeit zum Home Office sind dabei nur vier Beispiele. «Es erklärt sich von selbst, dass nicht für jede Berufsgruppe alle genannten Massnahmen in derselben Ausprägung zur Geltung kommen können», ergänzt Schürpf.

Freiwillige Dialog-Meetings
Aufgeteilt auf drei Standorte, gelinge es dem SVAR, trotz der Grösse von knapp 1000 Mitarbeitern einen familiären und persönlichen Umgang zu pflegen. Der Mensch stehe im Mittelpunkt. Schürpf dazu: «Damit wir unsere Patientinnen und Patienten hervorragend versorgen können, ist es uns ein Anliegen, den Mitarbeitenden attraktive Arbeitsbedingungen anzubieten, bei denen auch Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten eine hohe Bedeutung geniessen.

Die überschaubare Grösse erlaube es, einen regelmässigen Dialog zwischen Top-Management und Belegschaft zu führen. So finden monatlich an jedem Standort freiwillige Dialogmeetings mit dem CEO und den Angestellten statt. Dieses Gefäss hat sich etabliert. Es fördert nicht nur das gegenseitige Verständnis, sondern deckt auch operative Herausforderungen auf und bietet eine Plattform zur Würdigung von Erfolgen.

Effizienz und Wirtschaftlichkeit
Aufgrund der verstärkten Konzentration auf das Kerngeschäft, die mit der Rückgabe von Leistungsaufträgen bspw. für ein Wohn- und Pflegezentrum und weiteren Optimierungen umgesetzt wird, hat sich die Mitarbeiterzahl über den gesamten Verbund hinweg zuletzt reduziert. Innerhalb des Kerngeschäftes – beispielsweise Chirurgie und Frauenklinik im Spital Heiden – verfolgt der SVAR aber eine Wachstumsstrategie, was tendenziell mit einer Zunahme von Angestellten im Kerngeschäft verbunden ist.

«Die Kostenentwicklung im schweizerischen Gesundheitswesen ist ein tägliches Thema, auch in den Medien», sagt Anita Schürpf. Sämtliche Player seien gefordert, an der Effizienz und Wirtschaftlichkeit zu arbeiten. «Diese eher negativ behafteten Schlagwörter führen bei einem Teil der in der Branche tätigen Mitarbeitenden zu einer gewissen Unsicherheit betreffend Jobperspektiven.» Nicht zu vergessen sei dabei jedoch, dass man sich in einem Wachstumsmarkt befinde.

100 Auszubildende
«Unsere spannende Herausforderung ist es, unsere Leistungen nach den Bedürfnissen der Bevölkerung auszurichten und dieser eine gute und bezahlbare Grundversorgung anzubieten. Die Notwendigkeit von qualifizierten und kundenorientierten Mitarbeitenden wird dabei weiter an Bedeutung gewinnen», so die Fachspezialistin HR Rekrutierung.

Denn den Fachkräftemangel spürt auch der SVAR. Je nach Bereich stärker oder weniger. Mit neuen Ansätzen im Personalmarketing gelinge es aber dennoch immer wieder, hervorragende Fachkräfte zu gewinnen. Nicht zu unterschätzen sei dabei das Netzwerk der Mitarbeiter. Schürpf: «Mitarbeitende, die erfolgreich neue Leute vermitteln, werden mit einer Vermittlungsgebühr belohnt.»

«Unsere Herausforderung ist es,
unsere Leistungen nach den Bedürfnissen
der Bevölkerung auszurichten.»

Der SVAR engagiert sich seit Jahren in der Nachwuchsförderung in allen Berufsgruppen. Über 100 Lehrlinge in mehr als 20 unterschiedlichen Berufen schliessen im SVAR jedes Jahr erfolgreich ihre Lehre ab. Viele davon bleiben anschliessend als ausgebildete Fachkräfte weiterhin für den SVAR tätig. «Aber auch Quereinsteigern ermöglichen wir mit Praktikumsplätzen den Einstieg ins Gesundheitswesen», unterstreicht Anita Schürpf.

Text: Marcel Baumgartner