30.04.2018

Wie lange kann sich Parolini halten?

Der Engadiner Baukartellskandal bringt die Bündner BDP in Bedrängnis: Am Freitag ist ihr Parteipräsident Andreas Felix (rechts im Bild) zurückgetreten, gleichzeitig gab er seine Regierungsratskandidatur auf. Neben Felix ist auch BDP-Volkswirtschaftsdirektor Jon Domenic Parolini (links) wegen seiner Nähe zu den involvierten Bauunternehmen unter Druck geraten. Die «Südostschweiz» hat seine widersprüchlichen Aussagen zusammengefasst.

Der Bündner Preisabspracheskandal bringt den Regierungsrat offenbar ins Schwitzen. Jon Domenic Parolini verzettelt sich in einem Interview bei RTR ziemlich stark. Die «Südostschweiz» hat seine widersprüchlichen Aussagen auf einen Blick zusammengefasst.

Am Mittwoch nahm Regierungsrat Jon Domenic Parolini im Interview mit RTR Stellung zum Preisabsprachen-Skandal in Graubünden. Auslöser war eine Berichterstattung des Onlinemagazins «Republik». Bereits vor einigen Jahren wurde Parolini von der «Südostschweiz» mit dem Vorwurf konfrontiert, er habe von den Absprachen im Engadin gewusst. Damals stritt er ab, dass er als damaliger Gemeindepräsident von Scuol an solchen Versammlungen anwesend war. Parolini erklärte aber, dass Whistleblower Adam Quadroni ihm solche Vorgänge geschildert hatte, er aber keine Kopie der entsprechenden Akten machen durfte und somit nicht handeln konnte.

Im neusten Interview bei den Kollegen von RTR widerspricht sich der Regierungsrat zum gleichen Thema gleich mehrmals. Das «Südostschweiz».Protokoll:

00:37: «Ich war nie dort und habe nie von solchen Absprachen gehört.»
00:50: «Es stimmt, dass Adam Quadroni 2009 bei mir im Büro war. (…) Ich habe gewünscht, dass er mir dieses Dokument aushändigt, um eine Kopie anzufertigen.»
01:28: «Hätte ich diese Liste erhalten, hätte ich etwas anderes in der Hand gehabt, um damit in den Gemeindevorstand zu gehen.»
01:35: «Den Gemeindevorstand habe ich dann darüber informiert, dass Adam Quadroni mit diesen Behauptungen bei mir vorstellig wurde.»
01:53: «Ich habe mit Roland Conrad (Anm. der Red: war in Absprachen verwickelt) telefoniert, einem der grossen Bauunternehmer, und ihn ebenfalls über das Treffen mit Quadroni orientiert. Ich habe gesagt, dass es inakzeptabel ist, wenn dies ihre Praxis war oder nach wie vor ist.»
02:08: «Als ich das erste Mal dieses Dokument sah, war ich natürlich überrascht.»
02:16: «Dass es punktuell ein Thema war und darüber gesprochen, ist möglich.»
02:25: «Jedoch hat mir nie jemand ein Dokument gezeigt. Das war das erste Mal, dass sich ein solches Dokument gesehen habe.»